Standort Grünanlage Stephansplatz – Bahnhof am Dammtordamm, Hamburg
erstellt  1985 / 86
Künstler Alfred Hrdlicka Bildhauer, Maler + Schriftsteller
Kultur-Partner

Gegendenkmal des „76er – Kriegerdenkmal“

In Hamburg steht das „76er- Kriegerdenkmal“, ein den Krieg verherrlichendes Monument.
Es steht zudem auch noch in prädestinierter Stadtlage Hamburgs. Dieses Denkmal steht zu Ehren des 76er Infanterieregiments Hamburg seit 1936. Es wurde in der nationalsozialistischen Zeit in Auftrag gegeben und von dem Bildhauer Richard Emil Kuöhl Bildhauer + Architekt, lebte 31. Mai 1880 / 19. Mai 1961, gefertigt. Hauptmotiv sind umlaufend um den Steinblock in Viererreihen marschierende Soldaten, fast in Lebensgröße. Zudem trägt es mehrere Inschriften.
Fortwährende Diskussionen führten zu dem Ergebnis, dieses Denkmal stehen zu lassen und hier ein so genanntes „Gegendenkmal“ zu errichten. Es kam zu einem Ideenwettbewerb mit Ausschreibung, durch den der Wiener Künstler Alfred Hrdlicka den Auftrag zugesprochen erhielt.

Kultur-Partner „Gegendenkmal am 76er Kriegedenkmal in Hamburg“

Umstrittenes Gegendenkmal bleibt unvollendet

Aber nicht nur das 76er-Denkmal war damit diskussionswürdig. Auch das Gegendenkmal von Hrdlicka ist es bis heute. Denn das „Gegendenkmal“ blieb unvollendet. Von 1983 – 1986 entstanden zwei von vier im Entwurf vorgesehene Teilstücke. Der „Hamburger Feuersturm“, am 8. Mai 1985 der Öffentlichkeit übergeben, besteht insbesondere aus einer Bronzeplatte, erinnert an die Bombardierung Hamburgs 1943.

76er Kriegerdenkmal am Gegendenkmal in Hamburg

Der „Untergang der KZ-Häftlinge“ wurde am 29. September aufgestellt. Hier hat Hrdlicka Carrara-Marmor verwendet. Dieser Teil der Installation ist im Andenken an ca. 7.000 Tote auf dem Häftlingsschiff Cap Arcona. Nicht umgesetzt wurden die Objekte „Soldatentod“ und „Frauen im Faschismus“, also die Hälfte des gesamten Gegendenkmals. Während der Arbeiten kam es zum Disput zwischen dem Künstler und der Stadt, so dass 1986 die Arbeiten beendet und auch nie wieder Seitens des Künstlers begonnen wurden. Die genauen Gründe blieben ungeklärt. Künstlerisches Unverständnis oder auch die Finanzierungsfrage könnten mögliche Ursachen gewesen sein.

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Das 76er Kriegerdenkmal – ebenfalls ein Gegendenkmal

Somit existiert also ein unvollendetes „Gegendenkmal“, wobei es sich zu fragen lohnt, ob es nicht gerade diese Unvollendetheit ist, die jeder Betrachter nun in die glückliche Lage versetzt, das Kunstwerk selbst zu vollenden – oder auch nicht. Es kommt in der Kunst oft vor, dass sich ein Kunstwerk verselbständigt und schließlich fertig ist!
Das 76er-Denkmal gilt als eines der umstrittensten Krieger-Denkmäler in Deutschland. Es wurde geschaffen für die im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des 76er Infanterieregiments, für „Helden“!
Ein Denkmalplatz wirklich ganz besonderer Art! Hier stehen sich zwei völlig unterschiedliche Kunstwerke, historische Aussagen gegenüber. Und dennoch sind beides Denkmale, wurden jeweils von einem Künstler gefertigt und hatten die gleiche Zielrichtung. Es sind Gegendenkmäler. Das 76er – Denkmal sollte das Gegendenkmal zum Hamburger Ehrenmal am Hamburger Rathaus von Ernst Barlach sein, das 1931 errichtet worden war und an dem sich bestimmte Gruppierungen in Hamburg von Beginn an gestört hatten.

Alfred Hrdlicka der Bildhauer

Der Künstler Alfred Hrdlicka hat seine künstlerische Handschrift bei einer Vielzahl von Denkmälern im deutschsprachigen Raum hinterlassen. Zudem war er 15 Jahre Professor für Bildhauerei in Stuttgart und dazwischen 2 Jahre an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Sicher eines seiner wichtigsten und imposantesten Werke steht auf dem Albertinaplatz in Wien ist das „Mahnmal gegen Krieg und Faschismus“.
Alfred Hrdlicka, Bildhauer, Maler + Schriftsteller lebte vom 27. Febr. 1928 bis 5. Dez. 2009.

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