Kurz – VITA

Name Ingeborg Hunzinger
geb. / gest.
03.02.1915  –  19.07.2009
Bildhauerin

Ingeborg Hunzinger – künstlerischer Werdegang

– geboren in Berlin mit Mädchenname Ingeborg Franck

– 1932 Beitritt in die kommunistische Partei

– 1935 – 39  Studium freie und angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg, heutige Universität der Künste Berlin, u.a. Fachgebiet Bildhauerei

– 1939 Meisterschülerin bei Ludwig Kasper einem österreischichen Bildhauer an der Uni Berlin

– 1939 Verbot der Reichskulturkammer des weiteren Studiums, da Ingeborg Hunzinger Jüdin ist, Auswanderung nach Italien

– 1940 lernt die Bildhauerin in Florenz den Künstler Helmut Ruhmer kennen, der mit Stipendiat in der Villa Romana und danach in der Villa Massimi in Rom arbeitet.

– Ingeborg Hunzinger geht zunächst nach Sizilien

– 1942 Gemeinsam kommen Hunzinger und ihr Freund nach Deutschland zurück und wohnen im Schwarzwald

– 1942 – 44 die Bildhauerin bekommt zwei Kinder

– 1945 Helmut Ruhmer fällt im Krieg kurz vor Kriegsende

– im Schwarzwald beginnt Ingeborg Hunzinger mit politischen aktivitäten und gründet eine KPD Gruppe

– 1949 zieht die Künstlerin mit ihrem künftigen Mann Adolf Hunzinger, ebenfalls Kommunist, nach Ost-Berlin

– 1950 Heirat und Geburt eines weiteren Kindes, jedoch erfolgte bald wieder die Scheidung von ihrem Mann

– erneuter Beginn des Kunststudiums an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin Weißensee

– 1951 – 53 Meisterschülerin bei Gustav Seitz und Fritz Cremer

– 1953 – 54 kurzzeitige Dozentenarbeit an der Hochsachule Berlin – Weißensee

– 1954 Eröffnung ihres eigenen Ateliers in Berlin, seither freischaffend als Bildhauerin tätig

– etwa 1955 – 56 lernt sie den Bildhauer Robert Riehl kennen, en sie 1960 heiratet

– Das Atelier der Bildhauerin wird Treffpunkt für zahlreiche Künstler und politisch aktive aus Ost- und West-Berlin, wie Wolggang Biermann und Robert Havemann oder auch Rudi Dutschke

– Ingeborg Hunzinger erhielt regelmäßig staatliche Aufträge in Ost-Berlin

– zahlreiche ihrer Skulpturen befinden sich in Berlin – Marzahn und in Berlin – Mitte

– 1995 entsteht der „Block der Frauen“ oder auch „Frauenprotest“, der an den Protest der Ehepartner aus sogenannten Mischehen zwischen arischen Deutschen und Juden erinnert. Dieser 1943 größte Protest, vorwiegend von Frauen durchgeführt, während der nationalsozialistischen Herrschaft erreichte, dass wohl etwa 2.000 Personen, vorwiegend Männer, wieder freigelassen wurden.

– 2008 Ingeborg Hunzinger formt ihre letzte Skulptur, die etwa lebensgroße Rosa Luxemburg. Über diese Arbeit wird die Künstlerin aber zu schwach. Rosa Luxemburg wird nicht mehr fertiggestellt.

– 2009 im Alter von 94 Jahren stirbt Ingeborg Hunzinger in Berlin

Kunstwerke von Ingeborg Hunzinger im öffentlichen Raum befinden sich u.a. in

Berlin, Leipzig

Ergänzende Angaben zum Leben der Bildhauerin

Ingeborg Hunzinger bekam das Künstlerische in die Wiege gelegt, war doch schon ihr Großvater ein Maler. Mit 17 Jahren trat sie 1932 in die KPD ein.

Das besondere Markenzeichen der Bildhauerin waren oftmals wohlgeformte, üppige nackte Frauenkörper. Das vorwiegend verwendete Material war Stein.

Preise, die ihr in der DDR verleihen werden sollten, lehnte die sehr eigensinnige Künstlerin stets ab.

Ihre Tochter Rosita Hunzinger wird als 18-jährige vor allem 1968 während des Prager Frühlings und den folgenden russischen Einmarsch in Prag politisch aktiv und wird zu mehr als 2 Jahren Haft in der DDR verurteilt. Das Urteil wird später ausgesetzt.

Die Enkelin Julia Franck hat ein Buch über ihre eigensinnige Großmutter geschrieben mit dem Titel „Rücken an Rücken“.

Weiterführende Informationen zur Künstlerin!