Standort: Ludwig-Philipp-Lude-Platz / Rathausstraße, Stolberg
erstellt: 26.09.2008
Künstler Idee und Entwurf: Projektgruppe des Goethe Gymnasiums
Kultur-Partner Europäischer Kunsthof

Das versteckte Kunstwerk

Ein wunderbares und von seiner gesamten Idee her sehr wichtiges Stolberger Kunstwerk steht fast versteckt vor der Öffentlichkeit im kleinen Innenhof des Stolberger Rathauses. Genauer gesagt, das Kunstwerk „Baum der Toleranz“ ist im Innenhof nicht komplett. Das Gesamtkunstwerk wurde auseinander gerissen. Vor dem Rathaus befindet sich noch der Betonsockel und eine zugehörige Infowand, die das Projekt erst vervollständigen. Leider ist aber weder an der Infowand noch im Rathaus selber ein Hinweisschild auf das Denkmal „Baum der Toleranz“ angebracht. Schon gar nicht ersichtlich ist, wer für dieses Kunstwerk verantwortlich zeichnet. Dies sind nämlich ehemalige Stolberger Schüler des Goethe-Gymnasiums.
Bernd Groten führte im Sommer 2014 ein Gespräch mit dem Stolberger Bürgermeister Ferdi Gatzweiler zum Thema Kunst- und Denkmalplätze im Stadtgebiet Stolberg. Eine Frage betraf natürlich den „Baum der Toleranz“ und wie er der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden kann.

Kulturpartner Baum der Toleranz in Stolberg:

Die Idee

zu diesem „Baum der Toleranz“ entstand auf Grund eines Wettbewerbes. Alle Stolberger Schulen waren aufgefordert, sich Gedanken zu machen, wie die Menschen der unterschiedlichsten Kulturen in Stolberg friedlich miteinander den Alltag in der Kupferstadt leben können. Aus mehreren Schuljahrgängen entstand am Goethe-Gymnasium die Projektgruppe “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”. Die Schüler dieses Projektes entwarfen den “Baum der Toleranz“, der aus einem kupfernen Baumstamm und austauschbaren Blättern bestehen sollte, und gewannen mit ihrer Idee den Wettbewerb. Sie beschrieben ihre Idee des Baumes wie folgt: “Der Baum der Toleranz steht für Stabilität, Standfestigkeit, Wachstum, und Fortschritt. Er symbolisiert den nachhaltigen Widerstand gegen Rassismus und andere extreme und gewalttätige Handlungen”.

Umsetzung

Das Berufskolleg für Technik der Mies-van-der-Rohe-Schule war offen für dieses Projekt. Hier wurden Modelle des Baumes geschaffen. Drei dicke Äste bzw. Stämme mit unterschiedlichen Wurzeln lassen Zweige sprießen, die sich umeinander schlingen. Sie stehen für Menschen, die freundschaftlich und gesellschaftlich an einem Ort miteinander verbunden sind.

Wandern Sie hier von Denkmalplatz zu Denkmalplatz – Stolberg

Realisierung

Das Baummodell wurde schließlich an die Schmiede des Kupfermeistertreffens im Jahre 2008 in Stolberg weitergegeben, die diesen Baum in seiner ganzen Größe fertigten. Am 26.09.2008, anlässlich des Kupfermeistertreffens, ein Jahr nach dem Tod des Stolberger Schmieds, Künstlers und Initiators der Kupfermeistertreffen Matthias Peters, wurde der „Baum der Toleranz“ vor dem Rathaus aufgestellt. Zusätzlich wurde ein Schaukasten installiert, der Bilder und Gedanken zum Europa heute, einem friedlichen Zusammenleben und gegen jegliche Gewalt und Intoleranz zeigen sollte.

Zukunft des Baumes

Beschädigungen an dem Baum der Toleranz, Abreißen von Blättern und abknicken der metallenen Äste veranlasste die Verantwortlichen der Stadt, dem Baum einen sichereren Platz im Innenhof des Rathauses zu geben. Der Schaukasten wurde auch schon lange nicht mehr mit neuen Aktionen Seitens der Schulen bestückt. Dass der Baum der Toleranz nun aber völlig aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit verschwunden bleiben soll, könnte sich als Ergebnis des Gespräches zwischen dem Bürgermeister Ferdi Gatzweiler und Bernd Groten bald ändern. Im Rathaus soll auf jeden Fall eine Infotafel angebracht werden. Der Zugang zum Innenhof wird künftig Interessierten Bürgern, insbesondere Schulen und bei Stadtführungen während der Rathaus – Öffnungszeiten gewährleistet. Und vielleicht lassen ja auch die Schüler des Goethe – Gymnasium den Baum mit neuen Aktionen wieder neu erblühen!

Ein besonderer Dank an den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Stolberg Ferdi-(nand) Gatzweiler!

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