Standort  Übacher Weg – Carlstraße, Baesweiler
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Erste Gastarbeiter im Wurmrevier

Das Kohlerevier der Aachener Region, auch Wurmrevier genannt, ist das älteste Steinkohleabbaugebiet in Deutschland. Der Eschweiler Bergwerkverein hatte sich durch die Sicherung zahlreicher Abbaurechte und den Bau etlicher Gruben zum führenden Kohleunternehmen entwickelt. Doch der EBV hatte auch mit Problemen zu kämpfen. Sehr zeitintensive Erschließungen der Kohlefelder auf der Grube Adolph in Herzogenrath / Merkstein führten dazu, dass der EBV sich von den Abbaurechten im Bereich Baesweiler trennte. Carl Röchling, ein saarländischer Stahlwerkbesitzer kaufte 1904 diese Rechte, um mit der gewonnenen Kohle bzw. dem Koks, insbesondere seine eigenen Stahlwerke zu bedienen.

1908 begannen die Tiefbohrungen, die sich aber auch hier als sehr schwierig und langwierig erwiesen. Da es zu wenig heimische Bergarbeiter gab, wurden 1910 die ersten „Gastarbeiter“, etwa 400 Männer, vorwiegend aus Italien, in Baesweiler eingesetzt. Diese mussten allerdings mit dem  Beginn des ersten Weltkrieges Deutschland wieder verlassen. Zu den Schwierigkeiten mit der Bodenbeschaffenheit kamen die kriegsbedingten Probleme beim zügigen Ausbau der Grube hinzu. Nach dem Krieg setzte die Firmenführung daher verstärkt aus Arbeiter anderer Regionen, hier insbesondere aus Elsaß – Lothringen, dem heutigen Frankreich.

Kulturpartner Carl Alexander Park in Baesweiler:

Beginn der Kohleförderung

1921 konnte endlich die erste Kohle gefördert werden. Dies führte zu einem erheblichen Bedarf an Bergleuten. Baesweilers Bevölkerung, hier vor allem Setterich, dem Standort der Grube Carl-Alexander, wuchs schnell auf das 4-fache an. Häuser für die Bergleute wurden meist in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes gebaut. Doch auch dies reichte nicht vollständig, so dass Mitarbeiter aus der gesamten Region, vor allem aus Alsdorf oder Geilenkirchen, nach Baesweiler kamen.

Siehe hierzu Denkmalplatz „Feuriger Elias“.

Nach dem zweiten Weltkrieg avancierte der Betrieb in Baesweiler zu einer der fortschrittlichsten Gruben in Deutschland. Doch die Stahlkrise der frühen Nachkriegsjahre war im Grunde der Beginn des Grubensterbens.

Eschweiler-Bergwerks-Verein EBV

Der EBV kaufte 1965 die Grube, schloss damit eine Lücke in seinem vorherrschenden Abbaugebiet zwischen Würselen, Alsorf, Merkstein und Siersdorf und sicherte zunächst einige tausende Arbeitsplätze seines Konzerns. Und zunächst wuchs die Grube personell weiter an. 1970 war dann der Entschluss zur Schließung von Carl-Alexander gefallen, in dem eine unterirdische Verbindung zwischen den Bergwerken Siersdorf und Setterich, damit auch zur Grube Adolf in Merkstein hergestellt werden sollte. Diese Verbindung in einer Tiefe von ca. 600 – 800 m war im Sommer 1975 fertiggestellt. Ab 20. September 1975 wurde von der Settericher Grube aus nicht mehr gefördert. Die Förderschächte dienten nun den Gruben Adolf in Merkstein und Emil-Mayrich in Sierdorf als Wetterschächte. Wetterschächte dienen der Versorgung der Arbeiter unter Tage mit Frischluft, der Abführung verbrauchter Luft, so wie gefährlicher Gase.

Der Name der Grube Car-Alexander ist einfach zu erklären. Es sind die Vornamen der Seniorchefs der ehemaligen Gründerfirmen Carl Röchling  von den Röchling Eisen- und Stahlwerken, so wie

Alexander Dreux von der französischen Stahlwerksgesellschaft Société de Aciéries de Longwy.

Die Bergmänner von Carl-Alexander fanden weitestgehend neue Arbeit auf den umliegenden Gruben in Merkstein, Alsdorf und Siersdorf. Diese Gruben existieren heute alle nicht mehr!

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