Standort St Petri Kirche, Mönckebergstraße, Speersort (Altstadt)
erstellt 1979
Künstler Fritz Fleer – Bildhauer
Kultur-Partner

Bonhoeffer – der Theologe

Dietrich Bonhoeffer war in erster Linie ein Theologe. Er wuerde am 4. Februar 1906 in Breslau geboren und starb kurz vor Kriegsende noch auf ausdrücklichen Befehl Hitlers am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg.
Im Alter von 24 Jahren habilitiert Bonhoeffer und arbeitet in Berlin. Er doziert und referiert evangelische Theologie. Schon früh bezieht Dietrich Bonhoeffer Stellung gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Im Februar 1933 machte er erstmals in der Öffentlichkeit auf sich und die Machtfülle Hitlers aufmerksam, als er eine Rede im Radio hielt. Die Übertragung wurde Seitens einiger Nazionalsozialisten wegen der harschen Kritik an ihrem Führer abgebrochen. Doch noch läßt man Bonhoeffer in Ruhe. Schließlich geht er Mitte des gleichen Jahres nach England.

Kultur-Partner „Dietrich Bonhoeffer-Denkmal in Hamburg-Nord“

Bonhoeffer – Unterstützer des Widerstands

Aber er kehrt 1935 nach Deutschland zurück und übernimmt als leitender Vetreter der „Bekennenden Kirche“ ein Predigerseminar. Als es 1937 offiziell geschlossen wird, geht Bonhoeffer damit in den Untergrund. Zu etwa dieser Zeit schließt er sich dem Widerstand an. Bonhoeffer kam ins Visier der Nazis. 1940 werden seine Predigerseminare von der Gestapo beendet. Bonhoeffer versucht für den sich auch in der Armee bildenden Widerstand Kontakte zu den Alliierten herzustellen. Da Bonhoeffer aber in der Öffentlichkeit nicht schwieg, seine Meinung gegen die Machthaber äußerte, wurde er zunächst mit Redeverbot und schließlich 1941 auch mit Schreibverbot belegt. Bonhoeffer selbst war wohl nicht Attentäter, aber er befürwortete den Tod eines Tyrannen entgegen dem christlichen Dekret „Du sollst nicht töten“. In seinem Hause trafen sich in der Folgezeit die Männer des Widerstandes. Hitler sollte durch ein Attentat getötet werden.

Das Hitlerattentat

Zwei Attentate, am 13. März und am 21. März 1943, gegen Hitler schlugen fehl. Zusammen mit seinem Schwager Hans von Dohnanyi wurde Bonhoeffer am 5. April verhaftet und landete im Untersuchungsgefängnis Berlin-Tegel. Dann folgte am 20. Juli 1944 ein weiteres Attentat auf Hitler durch Graf von Stauffenberg. Ein Beteiligung Bonhoeffers konnte niemand nachweisen. Aber die Gestapo fand 1944 Akten, in denen sein Schwager von Dohnanyi alles notiert hatte, warum er und seine Mitstreiter Widerstand gegen das Hitlerregime leisteten. Bonhoeffer hätte wohl im Oktober 1944 noch fliehen können, doch wollte er niemanden, insbesondere nicht seine Familie und Freunde durch seine Flucht gefährden. Er wurde in die Gestapozentrale gebracht. Februar 1945 wird Bonhoeffer in das KZ-Buchenwald transportiert. Angesichts der heranrückenden alliierten Truppen ordnet Adolph Hitler an, dass alle noch lebenden Attentäter und Verschwörer zu töten seien. Dietrich Bonhoeffer starb am Morgen des 9. April 1945 durch Erhängen im KZ-Flossenbürg.

Bildhauer Fritz Fleer

In der Mönckeberstraße steht in einer Mauernische das Dietrich Bonhoeffer – Denkmal. Axel Springer hatte die Skulptur 1979 gestiftet. Der Bildhauer Fritz Fleer, lebte 21. Nov. 1921 / 1997, schuf eine Fiugur Bonhoeffers, wie er in Sträflingskleider mit gefesselten Händen auf seine Hinrichtung wartet und dabei komplett in sich ruht. Fritz Fleer hatte sein Abitur im Krieg absolviert und wurde dann bei der Marine Soldat. Sein Kunstsudium absolvierte er an der Hamburger Landeskunstschule bei Edwin Scharff. Er sah seine Zukunft in einer eigenen Bronzgießerwerkstatt. Fleer schuf zahlreiche Plastiken im Hamburger Stadtbild, wie den „Großen Speerträger“ an den Grindelhochhäusern und „Jüngling mit Möwe“ am Alsterufer aber auch sakrale Kunst, wie den Kreuzweg in der St. Ansgar Kirche.

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