Standort  Parkstraße, Baesweiler und Bahnstraße – Wolfsgasse, Setterich
erstellt  ca. 1980
Kultur-Partner

Baesweilers Schmalspurbahn Feuriger Elias

Feuriger Elias ist ein Name, der in vielen deutschen Regionen den ersten Eisenbahnen gegeben wurde. So war dies auch in Baesweiler. Hier fuhr eine Schmalspurdampflokomotive von Geilenkirchen nach Alsdorf auf einer Strecke von ca. 17 Kilometer. Der Begriff – feuriger Elias – rührt aus einer biblischen Überlieferung. Der Prophet Elias soll in den Himmel gefahren sein, indem er in einem feurigen Wagen saß, der von ebenfalls „feurigen Rossen“ (Pferden) gezogen wurde. Die Schmalspurbahn – feurige Elias – hatte in der Region aber noch einen weiteren Namen. So wurde die Dampflokomotive auch liebevoll „Heggeströfer“ genannt. Von Alsdorf bis Baesweiler und dann weiter nach Geilenkirchen fuhr die Dampflok an sehr vielen Hecken vorbei. Meist handelte es sich hierbei um Weissdornhecken. Ein „Ströfer“ ist jemand, der sich irgendwo entlang schleicht. Somit ist der „feurige Elias“ in Baesweiler eine Bahn gewesen, die langsam an den Weissdornhecken zwischen Alsdorf und Geilenkirchen entlang gefahren ist, eben ein „Heggeströfer“!

Kulturpartner Feuriger Elias in Baesweiler:

Baesweilers kurze Bahngeschichte

Erstmals fuhr die Dampflokomotive am 7. April 1900 zwischen Alsdorf und Geilenkirchen. Auf dem heutigen Baesweiler Stadtgebiet hielt die Bahn in Oidtweiler, da dort eine wichtige Brand-Ziegel-Fabrik war. Noch heute gibt es dort die alte Ziegelei. Schließlich hielt die Bahn am damaligen Bahnhof Baesweiler,  dann an der Jülicher Straße und schließlich am Bahnhof Setterich. Das vielfach umgebaute alte Bahnhofsgebäude ist heute ein Gaststätte. Nur eine Hinweistafel der Stadt Baesweiler erinnert hier noch an den Bahnhof Setterich. Ein Großteil der ehemaligen Bahnstrecke im Stadtgebiet ist heute als Straße bzw. Radweg überbaut. Nur wenig erinnert an die Bahngeschichte und man muss schon genau hinsehen, um es zu erkennen. Eine Pflasterung im Boden des Baesweiler Sportparkgeländes in der Parkstraße soll den ehemaligen Schienenverlauf auf einer Länge von ca. 100 Metern aufzeigen. Am Ende dieser kurzen Strecke stehen zwei Eisen bereifte Achsen der alten Bahn vor einem Prellbock. Endstation!

Baesweiler ist seit Jahrzehnten ohne eigenen Bahnhof. Es bestehen Pläne, Baesweiler mit einer Zubringertrasse an das moderne Euregio-Bahnnetz anzuschließen.

Bergbau und Schiene

Der Aufbau der regionalen Wirtschaftsbetriebe ist eng verbunden mit einer guten Transport-Infrastruktur. Der wachsende Bergbau in der gesamten Regio Aachen, dem damaligen Bergbaurevier Wurm sind einige Bahnstrecken zu verdanken. Zunächst war es wichtig, Arbeiter zu den Bergwerken zu transportieren, denn alleine durch die ansässige Bevölkerung konnte der wachsende Arbeitskräftebedarf nicht gedeckt werden. Dann musste die Kohle, aber auch andere Produkte auf den Weg gebracht werden. Kohle, Koks, Düngemittel, Ziegel, Sand und vieles mehr suchten Transportmöglichkeiten. Noch gab es keine großen Ansiedlungen. Der Bau einer Bahnstrecke war damit sehr sinnvoll. 1898 wurde mit dem Bau begonnen. Im April 1900 wurde der Betrieb der Schmalspurbahn, Breite 1 m, aufgenommen. Die Bahn transportierte sowohl Personen, wie auch Güter. Baesweilers – Feuriger Elias – überstand die Wirtschaftskrise der 30er Jahre und den zweiten Weltkrieg nach vielen Zerstörungen. Aus Kostengründen wurde von der Dampflok auf einen Dieseltriebwagen umgestellt. Doch mit Beginn der 50er Jahre verlor der Personenverkehr immer mehr an Fahrgästen. Busse wurden immer beliebter und waren mit vielen Haltepunkten wesentlich flexibler. So wurde nach 53 Jahren, am 17. Mai 1953, die Strecke Alsdorf – Geilenkirchen für den Personenverkehr eingestellt. Und auch der Güterverkehr war nicht mehr lukrativ genug. Schon 1954 wurden die Gleisanlagen zwischen Alsdorf über Baesweiler bis zur Ortschaft Puffendorf abgebaut.

Quelle: u.a. www.Gessen.de

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