Standort: Theodor–Heuß–Park / Bismackstraße / Düren
erstellt: 1891 / 1892
Künstler: Joseph Johann Ludwig Uphues – Bildhauer
Kulturpartner:  

 Fürst von Bismarck in Düren

Fürst Otto von Bismarcks vollständiger Name ist Otto Eduard Leopold von Bismarck. Er wurde am 1. April 1815 in Schönhausen bei Magdeburg geboren. Seine Ausbildung zum Juristen verschlug ihn nach Aachen in die Kaiserstadt. Dort arbeitete er als Regierungsreferendar. Während dieser Zeit war Bismarck in Düren mehrfach zu Besuch. Mit 50 Jahren im September 1865 wurde Bismarck mit dem Titel eines „Grafen“ geadelt. Schon 22 Monate später wurde er im Juli 1867 Kanzler des norddeutschen Bundes. Unmittelbar nach der Kaiserproklamation von Wilhelm II. in Versailles am 18. Januar 1871 stand Bismarck schließlich als erster Kanzler des Deutschen Reiches ganz oben und wurde nach 2 Monaten in den Fürstenstand erhoben. Bismarck gilt als der Bauherr unseres heutigen föderalen Deutschland. Allerdings war er nicht immer mit Kaiser Wilhelm II einer Meinung. Seiner Einstellung war klar anzumerken, dass er sich mehr den Arbeitgebern, als den Arbeitnehmern verpflichtet sah. So war er zum Beispiel gegen eine Arbeitsschutzgesetzgebung. Schließlich führten die vielen gegensätzlichen Ansichten zwischen Bismarck und dem Kaiser dazu, dass er 1882 nach 11 erfolgreichen Regierungsjahren als Kanzler seinen Rücktritt einreichte. Fürst von Bismarck starb am 30. Juli 1898.

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Otto von Bismarck – Erster deutscher Reichskanzler

Nach dem Rücktritt des Kanzlers hatte der damalige Bürgermeister von Düren Hubert Jacob Werners die Idee, Bismarck ein bleibendes Denkmal zu setzen. Die Kosten für ein entsprechendes Bronzedenkmal beliefen sich auf ca. 72.000,- Reichsmark. Ein Ausschuss mit vielen namhaften Bürgern der Stadt, wie Eduard Hoesch, Leopold Hoesch, Leopold Peill, Benno und Heinrich Schoeller, um nur einige zu nennen, brachte in kurzer Zeit 50.000,- Reichsmark zusammen. Nun musste nur noch der Fürst selber zustimmen. Als sein „Ja“ für ein solches Denkmal in Düren angekommen war, denn er erinnerte sich gerne an seine Zeit in dieser Stadt, wurde der Bildhauer Joseph Uphues am 7. Februar 1891 mit der Ausführung beauftragt, die er auch im gleichen Jahr erledigte. (Siehe die Gravur im Bronzefuß des Denkmals „J. Uphues. 1891.“) Gegossen wurde die Skulptur von der Aktien – Gesellschaft vorm. Gladenbeck & Sohn Bildgiesserei. Auf dem Grundstück zwischen der Bismarckstraße + Moltkestraße wurde am 25. September 1892 das Denkmal feierlich enthüllt. Überlebensgroß hält Otto von Bismarck die Kaiserproklamation mit der Inschrift „Versailles den 18. Januar 1871“ in seiner Hand. Aus Anlaß des 80. Geburtstages des ersten Kanzlers des Deutschen Reiches huldigten zahlreiche Städte dem Fürsten. So wurde auf Anregung des Rheinischen Städtebundes vorgeschlagen und schließlich in einer Stadtverordnetenversammlung beschlossen, Fürst Otto von Bismarck zum Ehrenbürger der Stadt Düren zu ernennen. Am 19. Mai 1895 wurde Bismarck in seinem Haus in Friedrichsruh bei Hamburg der Ehrenbürgerbrief überreicht.

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Joseph Johann Ludwig Uphues – Skulpturenkünstler

Während des Krieges entging die Bronzeplastik der „Metallspende“ der Nazis, wie der Zerstörung durch die Luftangriffe. Sie ist die einzige Bronzeskulptur im Stadtkern Dürens, die beide Weltkriege überstanden hat. Allerdings wurde der Sockel mit Inschriften und Bildnissen zerstört. Daher erfolgte ein Abbau 1949. Erst 1956 wird die Bismarck Bronzeskulptur wieder aufgestellt, diesmal allerdings fast ebenerdig auf einem kleinen Steinsockel. Heute fristet Fürst Bismarck im Theodor – Heuß – Park ein unbeachtetes Dasein neben der ehemaligen Stadthalle, einer städtischen Bauruine. Nachdem der Bildhauer Joseph Uphues 1882 in Berlin Meisterschüler von Prof. Begas wurde und mit Unterbrechungen bis 1891 als Assistent in dessen Privatatelier arbeitete, wurde Joseph Uphues 1899 zum Professor ernannt und Mitglied der Berliner Secession. 3 weitere Standbilder des Künstlers Uphues in Düren, Kaiser Wilhelm I., Kaiser Friedrich III. und Helmuth von Moltke, haben die Kriege nicht überstanden, sind eingeschmolzen oder zerstört worden.

Weitere Bismarck – Monumente stehen unter anderem in Köln und Hamburg

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