Standort Mayen – Zentrum
erstellt 1280 – 131, Wiederaufbau 1701
:Künstler Philipp Joseph Honorius von Ravensteyn
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Genoveva – Sage

Mit dem Bau der einstigen kurfürstlichen Burg wurde um 1280 begonnen. Die weitgehende Fertigstellung dürfte um 1310 liegen. Die Franzosen unter Ludwig dem XIV. zerstörten die Burganlagen vor ihrem Abzug vom Rhein um 1689.

Mit dem Wiederaufbau wurde 1701 der Baumeister Philipp Joseph Honorius von Ravensteyn beauftragt, lebte von 1655  bis  19. September 1729,  der als niederländischer Architekt für den Trierer Kurfürsten auch auf der Festung Ehrenbreitstein tätig war. Der Name Genovevaburg geht auf eine Sage zurück.

Beteiligte an dieser überlieferten Sage im Mayener Land aus dem 15. – 16. Jh. sind:

der Pfalzgraf Siegfried, er lebte von ca. 1075 bis Februar 1113, Mitbegründer der Abtei Maria Laach;  seine Ehefrau Genoveva, Tochter des Herzogs von Brabant, zeitlich müsste es sich bei dem Vater um Hermann II. geb. 1049, gest. Sept. 1085, handeln; der liebessüchtige Ritter Golo,  unfolgsame Bedienstete  und Maria, die Mutter Jesu.

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Die treue Genoveva

Genoveva, die Tochter des Herzogs von Brabant war verheiratet mit dem Pfalzgraf Siegfried. Der Pfalzgraf und seine Frau liebten sich sehr. Genoveva war sehr gläubig, half den Armen und diente so der Gottesmutter Maria.

Der Erzbischoff Hydulf plante einen Kreuzzug gegen Heiden, bei dem auch Siegfried teilnehmen sollte. Für die Zeit seiner Abwesenheit brachte er Genoveva in das Schloss Simmern bei Mayen. In der Nacht vor dem Kreuzzug wurde Genoveva von Siegfried schwanger.

Zum Schutz seiner Frau blieb Ritter Golo auf dem Schloss zurück. Kaum aber, dass Siegfried mit seinen Rittern das Schloss verlassen hatte, da machte sich Golo mit Liebeserklärungen und eindeutigen Sexangeboten an Genoveva ran. Doch Genoveva zeigte deutlich, dass sie kein Interesse an einem Liebesabenteuer mit Golo hatte. Und langsam zeigte sich auch ihre Schwangerschaft. Golo aber gab nicht nach und fälschte einen Brief. Darin stand, dass ihr Siegfried angeblich bei einer Meeresüberfahrt mit seinen Rittern ums Leben gekommen war. Die hoch schwangere und sehr gläubige Genoveva betete weinend zu Gottesmutter Maria. Im Schlaf übermittelte diese Ihr die Botschaft, dass ihr Mann Siegfried noch lebt. Mit diesem Wissen lehnte Genoveva jegliches Ansinnen Golos, sich ihm hinzugeben, entschieden ab. Einige Zeit später erhielt Genoveva die Nachricht von einem Boten, dass Siegfried auf dem Rückweg in Straßburg sei.

Golo sah sich wegen seines Vertrauensbruchs schon hängen. Daher ritt er Siegfried entgegen und erklärte ihm, dass seine Genoveva ein Kind von einem Bediensteten geboren hatte. Siegfried befahl daraufhin auf Golos Rat, Genoveva für ihren Ehebruch töten zu lassen. Golo selbst aber hatte nicht den Mut zu diesem Mord und befahl dies dem Schlosspersonal. Doch die Diener waren von der Unschuld Genovevas überzeugt und versteckten sie mit ihrem Kind im Wald. Allerdings musste sie versprechen, nicht mehr zurück zu kommen. Im Wald betete Genoveva wieder zu Jungfrau Maria. Diese stand ihr bei und schickte ihr eine Hirschkuh, mit deren Milch sie ihr Kind ernähren konnte. Sie selbst lebte von Kräutern und Früchten.

Siegfried findet Genoveva

Nach über sechs Jahren lud Siegfried die Ritter zu einer Jagd ein. Die Jagdhunde spürten im Wald besagte Hirschkuh auf, die sich in Genovevas Lager flüchtete.

Siegfried entdeckte Genoveva und ihr Kind. Doch er erkannte seine geliebte Frau nicht wieder. Der Pfalzgraf wollte natürlich wissen, wie lange sie schon hier lebte, wer der Vater des Jungen sei und wie ihr Name ist. Beim Namen Genoveva stutzte er. Eine alte Narbe im Gesicht bestätigte die Vermutung, dass dies wohl die angeblich verstorbene Pfalzgräfin sein müsste. Genovevas einziger Besitz, ihr Ehering, beseitigte auch den letzten Zweifel Siegfrieds, seine Frau und seinen Sohn in die Arme nehmen zu können.

Ritter Golo wurde zur Bestrafung mit Armen und Beinen zwischen vier starke Ochsen gespannt, die ihn in vier Teile zerrissen. Genoveva starb schon bald. Vom Tag der „Erscheinung des Herrn“, das war der Tag, als sie von ihrem Mann, dem Pfalzgrafen im Wald entdeckt wurde, lebte Genoveva noch bis zum 2. April.

Genovevas Wunsch war es gewesen, diesen Ort, der sie und ihren Sohn beschützt hatte, weihen zu lassen und eine Kirche zu erbauen.  Der Pfalzgraf erfüllte ihren Wunsch und beerdigte seine Geliebte Frau darin.

Bei der Einweihung der Kirche und auch in späterer Zeit geschahen zahlreiche Wunder.

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