Standort Am Lindenknipp, Herzogenrath – Alt Merkstein
erstellt 1928
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Alt-Merkstein

Alt-Merkstein ist ein kleiner historischer Ortsteil von Herzogenrath – Merkstein. Gegenüber der Kirche St. Willibrord befindet sich der Dorfplatz „Am Lindenknipp“. Da gegen Ende des Jahres 969 am 13. Dezember der Todestag des Pastor Hironimus Kreuder in Alt-Merkstein belegt ist, muss es hier schon vor über 1.100 Jahren ein Gebetshaus gegeben haben. So kann auch der gegenüber liegende Platz schon vorhanden gewesen sein. Möglicherweise haben sich hier die Menschen nach dem Kirchgang getroffen. Im ehemaligen Küsterhaus aus dem Jahre 1701 neben der Kirche gingen damals die  Dorfkinder zur Schule.

Kulturpartner Gretchen – Brunnen in Herzogenrath:

Platzgestaltung 1928

Der Brunnen mit der Frauenfigur entstand in der Zeit der Inflation zwischen den beiden Weltkriegen im Jahre 1928. Zu dieser Zeit herrschte große Arbeitslosigkeit. Der damalige Gemeindebaumeister Leo Lennartz entwarf die Pläne für den Lindenknipp und konnte damit mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Da der Platz der Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft war, Gaststätten lagen unmittelbar daneben und die Frauen nutzten den Platz für die Flachsbleiche, sah der Umbau des Lindenknipp auch eine Art Verkehrsberuhigung vor. Außerdem wurde ein Feuerwehrgerätehaus mit einer Garage für die Feuerwehr gebaut. Als sichtbares Zeichen des Platzes sah Leo Lennartz den Bau eines Brunnen vor. Auf Grund der Hanglage von Alt-Merkstein wurde der Brunnen etwas erhöht auf dem Dorfplatz „Am Lindenknipp“ gebaut. Unterhalb des Brunnens wurde für die Dorfbewohner eine Bedürfnisanstalt (öffentliche Toilette) errichtet.

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Gretchen, Spitzname: Piss-Magretchen / Beruf: SpinnerinFlachsbleichen war eine alte Handwerkstradition. Mit Flachs war der Stoff Leinen oder auch Leintuch (Linnen) gemeint. Diese ökologische Naturfaser erlebt im 21. Jahrhundert ein großes Comeback. Leinengewebe ist sehr stark und reißfest. Aber Flachs ließ sich nur sehr mühselig einfärben. Das Indigo-blau wurde von der Leinenfaser am besten angenommen. Daher entstand überwiegend blaue Arbeitskleidung aus diesem Stoff. Diese Traditionsfarbe hat sich bis heute in weiten Berufsschichten gehalten.

Den Spinnerinnen setzte Leo Lennartz als Gemeindebaumeister mit der Steinskulptur ein Denkmal. Es dauerte nicht lange, da hatte die liebliche Frauenfigur auch ihren Namen, „Gretchen“. Wenn man sich traf, dann „Am Lindenknipp“ bei „Gretchen“. Diesen Platz kannte jeder. Und da sich unterhalb von Gretchen die öffentliche Toilette befand, hatte Gretchen auch schnell einen Spitznamen, das „Piss-Magretchen“!

Während des Krieges wurde unterhalb des Brunnens ein Schutzraum in den Hang gegraben. „Am Lindenknipp“ wird mindestens zweimal im Jahr von allen Alt-Merksteinern  besucht, wenn der Rosenmontagszug durch das Dorf zieht und wenn der „Tanz in den Mai“ gefeiert wird.

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