Standort Hans Albers Platz an der Reeperbahn, Hamburg
erstellt 1986 – 1999
Künstler Jörg Immendorff – Maler + Bildhauer
Kultur-Partner

Hans Albers – der Sänger von St. Pauli

Dieser Denkmalplatz in Hamburg St. Pauli im ehemaligen Rotlichtmilieu der Seefahrer wurde komplett Hans Albers gewidmet. Mit vollständigem Namen hieß der Schauspieler und Sänger Hans Philipp August, war gebürtiger Hamburger aus dem Stadtteil St. Georg und lebte vom 22. September 1891 bis 24. Juli 1960. Es gibt am Hans Albers Platz ein Lokal Namens Hans Albers Eck und die La Paloma Bar. Hans Albers verkörperte sicher wie kaum ein anderer Künstler den Hamburger Seemann. Er besang ihre Sehnsüchte und Erlebnisse auf hoher See und trat (fast) immer in dieser typischen hanseatischen Hafenarbeiter Kluft auf. Seine Kappe war eines seiner Markenzeichen, das Schifferklavier (Ziehharmonika) sicher sein wichtigstes. Das Denkmal auf dem Hans Albers Denkmalplatz wurde von einem der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts geschaffen, Prof. Jörg Immendorff. Mit dieser Plastik hat er nicht nur Hans Albers ein bleibendes Denkmal gesetzt, sondern sich ebenfalls inszeniert. Dazu später.

Kultur-Partner „Hans Albers Denkmal in Hamburg“

Der blonde Hans

Die Liste der Filme in denen Hans Albers spielte ist sehr lang. Seine Karriere begann früh. Mehrfach von der Schule geflogen, weil er sich nichts gefallen ließ, schon gar nicht von den Lehrern, ging er schließlich in jungen Jahren nach Frankfurt in eine Lehre. Heimlicher Schauspielunterricht und kleine Rollen an einem Theater in Frankfurt waren der Beginn einer großen Karriere. Der blonde Hans, wie er später oft genannt wurde, sah gut aus und spielte in seinen Rollen häufig den tollen Liebhaber.

Hans-Albers-Denkmal

Sprung vom Stummfilm zum Tonfilm und Sänger

Dann drohte im ersten Weltkrieg das Aus wegen einer schweren Verletzung. Albers schaffte es und spielte bis 1929 in ungezählten Stummfilmen (es waren ca. 44). Diese Stummfilm machten ihn schon berühmt. Dann kam der Ton hinzu. (hier wurden es ca. 55 Filme) Hans Albers war vom ersten deutschen Tonfilm an dabei, Titel: „Die Nacht gehört uns“. Es folgte ein Film, der nicht nur für ihn der Durchbruch im modernen Film bedeutete. „Der blaue Engel“ in der Hauptrolle, Marlene Dietrich. Aber Albers blieb auch dem Theater treu. In einem seiner beliebtesten Stücke „Liliom“ sang er auch eines seiner bekanntesten Lieder: „Komm auf die Schaukel Luise“. Von über 70 Liedern wurden zu Evergreens. „Auf der Reeperbahn…“, „La Paloma“,

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Große Freiheit Nr. 7 – Hans Albers und die Reeperbahn

Hans Albers war sicher ein Multitalent der frühen Film-, Show- und Musikbranche und blieb doch immer ein Hamburger, wenn gleich er ab 1933 in seiner Villa am Starnberger See wohnte, bis auf die Kriegsjahre, mit der jüdischen Schauspielerin Hansi Burg an seiner Seite.
Hans Albers drehte und spielte 1943 mit Ilse Werner „Große Freiheit Nr. 7“ im Bombenhagel; später mit Heinz Rühmann „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ und mit Claus Biederstaedt die Literaturverfilmung „Vor Sonnenuntergang“ von Gerhart Hauptmann. 1957 verabschiedete sich der blonde Hans von der Theaterbühne, spielte jedoch noch einige Rollen in Filmen mit, wie „Der Greifer“. Hans Albers starb 68-jährig und wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt. Hans Albers ist Träger des großen Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland und erhielt den Goldenen Bären der Filmfestspiel Berlin.

Künstler Jörg Immendorff

Der Künstler, Maler, Bildhauer Jörg Immendorff hatte in den 60er + 70er Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys studiert, neben ebenfalls bedeutenden Malern wie Norbert Tadeusz, Bonifatius Stirnberg, Felix Droese und Hartmut Ritzerfeld.
Immendorffs sicher bekanntesten Kunstwerke sind die „Cafe Deutschland“ Bilder, Etwa 1984 eröffnete Immendorff in St. pauli die „La Paloma Bar“ und begann mit der Plastik von Hans Albers. Ab 1996 war der Künstler dann Professor an der Akademie, von der er im Jahr 1969 verwiesen worden war, der Düsseldorfer Kunstakademie. In die meisten seiner Bilder hat sich der Maler mit einem Porträt oder als Affen hineingezeichnet..So sind auch auf dem Sockel des Hans-Albers-Denkmales Immendorff-typische Motive. Nackt auf allen Vieren lässt er sich von einer Frau, die auf ihm reitet, auspeitschen. Zudem steht Hans Albers auf einem fliegenden Adler. Dieses Adlermotiv ist auch in seinen Cafe Deutschland Bildern. Jörg Immendorff starb an einem Pfingstmontag an der heimtückischen Nervenkrankheit ALS (amytrophen Lateralsklerose) mit 61 Jahren, zuletzt im Rollstuhl sitzend. In über 50 Museen weltweit befinden sich Bilder dieses extrovertierten und exzessiven Künstlers, der auch vor wilden Sexorgien und Kokain keinen Halt machte.

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