Standort  Alter Zoll  /  Stadtgarten, Bonn
erstellt  1982
Künstler  Ulrich Rückriem – Bildhauer

Das Heine Denkmal in Bonn

Die Idee eines Heine Denkmal in Bonn geht auf die Tatsache zurück, dass der deutsche Dichter von 1819 – 1820 an der Bonner Universität studiert hatte. Er war dabei unter anderem in den Vorlesungen bei August Wilhelm Schlegel und Ernst Moritz Arndt an der Bonner Universität. Über beide äußerte er sich in Gedichten und kurzen Erzählungen später wenig freundlich. Unter anderem lag es wohl auch daran, dass (mit vollständigem Namen) Christian Johann Heinrich Heine auch wegen seiner jüdischen Herkunft wenig von den Ansichten eines nationalsozialistischen Ernst Moritz Arndt hielt.

Wann genau Heinrich Heine in Düsseldorf geboren wurde, darüber herrscht nach wie vor Unklarheit unter den Historikern, die sich auf das wahrscheinlichste Datum geeinigt haben, den 13. Dezember 1797.  Heine selbst kocketierte immer wieder mit seinem Geburtsdatum und nannte gerne die Jahrhundertwendenacht vom 31.12. 1799 zum 01.01.1800 als die Stunde seiner Geburt. Er bezeichnete sich wohl als den ersten Bürger im 19. Jahrhundert.

Jedenfalls kam Heinrich Heine eher unfreiwillig zum Studium nach Bonn. Er veröffentlichte einige seiner Gedichte. Seine von der französischen Revolution geprägten Gedanken kamen an der Bonner Universität nicht gut an. Auch seine Geschichte „Deutschland ein Wintermärchen“ fiel der preußischen Zensur zum Opfer.

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Ein Monolit als Denkmal

Der Alte Zoll ist ein Bastionsgebäude der alten Bonner Stadtfestung aus dem 17. Jahrhundert und diente hier unmittelbar am Rhein sicherlich auch dem entspannten Blick auf den Fluss und hinüber zum Siebengebirge. Die Anlagen gehören noch zum ehemaligen Kurfürstlichen Schloss, der heutigen Bonner Universität. Dort befindet sich auch das Geburtshaus des Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné.

Ein schlichter großer Steinblock als Denkmal an den Dichter Heinrich Heine und seine Zeit in Bonn befindet sich auf dem Gelände „Alter Zoll“ zwischen dem Ernst-Moritz-Arndt-Denkmal und dem Geburtshaus von Peter Joseph Lenné in Richtung Stadtgarten.  Der Monolit mit dem Namenszug des Dichters auf poliertem Stein steht ganz im Kontrast zu dem Denkmal Arndts von 1865. Eine Verbindung beider ist hier sicherlich nicht zu erkennen, obwohl diese zu Lebzeiten vorhanden war. Das Heinrich Heine Denkmal in Bonn wirkt auf den Betrachter wie eine verschlossene Tür zu einer Gruft. Vergebens sucht man zunächst den Sinn, warum man dort hindurch gehen sollte. Und erst bei näherer Betrachtung erkennt man den Namenszug von Heinrich Heine.

Heinrich Heine Denkmal in Bonn

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Ein Werk des Künstlers Ulrich Rückriem

Für seine monumentalen Steinkolosse ist der Bildhauer Ulrich Rückriem bekannt. Oft nur aus dem Granitfelsen herausgebrochen, allseitig rauh belassen, so stehen die Kunstwerke im öffentlichen Raum. Vielfach sind es auch zwei oder mehr große Blöcke, die dann aufeinander gesetzt werden. Auch bei diesem Heinrich Heine Denkmal in Bonn scheint er diese Technik angewandt zu haben. Doch bei genauer Betrachtung ist zu erkennen, dass es sich hier bei dem Torartigen Kunstobjekt nicht um mehrere, sondern um einen einzigen Granitblock handelt. Dieser ragt zunächst tief in den Boden hinein und hat damit seine absolute Standfestigkeit.

Ulrich Rückriem hat mit Bedacht den Stein derat bearbeitet, dass es so aussieht, als bestünde dieses kolossale Denkmal aus mehreren Steinen. Die Risse sind nicht eindeutig oder doch? Sind die Verbindungsfugen bewusst eingmeißelt oder wurde der Granitblock zunächst hier gespalten, um ihn dann wieder zusammen zu setzen? Jedenfalls ist auch die polierte Innenseite Teil des Granitblocks. Der Künstler täuscht hier etwas vor, was anders ist. Auch Heinrich Heine hat immer versucht, seine jüdische Herkunft zu vertuschen und wollte jemand anderes sein. Als Jude wurde Heine, wie viele Juden in dieser Zeit, verfolgt.

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