Standort Sandkaulbach – Alexanderstrasse   /   Aachen 
erstellt 1825 Errichtung des Obelisken / 1830 Anbringung der Jungfrauen-Figuren
Künstler Entwürfe des Stadtbaumeisters Adam Franz Friedrich Leydel
Kultur-Partner  

Von weitem ist die „Hotmannspiif“ vor allem bei Sonnenschein zu sehen, wenn die goldenen Damen am Obelisken in vollem Glanz die Sonnenstrahlen reflektieren. Und dies besonders nach der umfangreichen Sanierung im Jahre 2008. Der Brunnenstandort an der Sandkaulstrasse – Sandkaulbach in Aachen ist historisch. Schon im 14. Jahrhundert, etwa 1334, wird dieser Brunnen in Rechnungen der Stadt belegt. Zu diesem Zeitpunkt und in den folgenden beiden Jahrhunderten war es ein einfacher so genannter „Laufbrunnen“. Größer und mit runder Wasserbeckenschale, so wie einem Aufsatz versehen wurde der Brunnen dann um das 16. Jahrhundert.

700 – jährige Brunnengeschichte

Wo der Name „Hotmannspiif“ seinen Ursprung, seine Ableitung her hat, das ist nicht wirklich geklärt. Einiges ergibt sich aus dem Sprachgebrauch, alten Schriftstücken und Namen aus dieser Zeit. Der Begriff “Piif, Pief“oder auch „Peif“ bezeichnete damals auf jeden Fall jegliche Arten von Rohre, insbesondere auch Endstücke, wie die Brunnenausläufe. Noch heute gibt es im Aachener Dialekt den Satz: „Ich han de Pief kapott!“ „Ich bekomme keine Luft mehr, habe gerade Atemnot“. Gemeint ist hier natürlich die Luftröhre. Ansonsten sind Historiker und Dialektforscher der Ansicht, dass Hotmanns auf einen Familiennamen zurückzuführen ist. In alten Unterlagen wird ein Brauhaus schon um 1460 als „up den Hupman“ und 1530 als „auf den Hoipmann“ erwähnt.

Kulturpartner Hotmannspiif:

Mit Blaustein aus den Steinbrüchen im belgischen Eynatten wurde dann 1825 der Brunnen völlig erneuert, die alte Beckenschale weggerissen. Der Stadtbaumeister Adam Franz Friedrich Leydel, er lebte vom 29. Sept. 1789 bis  23. Jan. 1866  hatte die Entwürfe hierzu gemacht. Erst 5 Jahre später folgte dann die Fertigstellung in seiner heutigen Form. Vier vergoldete Frauenreliefs aus Gusseisen, die gemeinsam an den Ecken des Obelisken je eine Kanne halten, aus denen dann das Wasser läuft, wurden am Obelisken angebracht.
Als Sohn des in Krefeld geborenen Stadtbaudirektors von Aachen Martin Leydel folgte er seinem Vater und übernahm um 1812/14 diese Arbeit. Dann trat Aachen ca. 1817 dem Königreich Preußen bei. Öffentliche Gelder waren knapp und so arbeitete Adam F. F. Leydel oftmals unentgeltlich für die Stadt, übernahm, um wenigstens etwas zu verdienen, viele private Aufträge parallel. Heute tragen noch mehrere Gebäude, wie die Theaterstrasse 67 mit demDeutsch-Französischen Kulturinstitut und der Stiftung Internationaler Karlspreis Aachen, so wie die beidenTorpfeiler am Hangeweiher seine Handschrift.

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„Se laache net, se krieche net, se ston einfach nur do!“

In Hochdeutsch heißt das: „Sie lachen nicht, sie weinen nicht, sie stehen einfach nur da!“ Gemeint ist in diesem Mundartgedicht der Gesichtsausdruck der Schönheiten, die weder lachen noch weinen. 2008 wurden bei der Renovierung aber nicht nur die „Jungfrauen“ der „Hotmannspiif“ auf Hochglanz gebracht. Die gesamte Brunnentechnik wurde überarbeitet, handelt es sich bei dem Brunnen-Denkmalplatz doch um einen Trinkbrunnen.

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