Standort Aachener Straße – Friedhof Melaten, Köln
erstellt 2002
Künstler Stefan Kaiser  –  Steinbildhauer
Kultur-Partner

Denkmalplatz auf dem Melatenfriedhof

Der Denkmalplatz für den berühmten Kölner Johann Christoph Winters befindet sich auf dem Friedhof Melaten. Viele werden sich fragen: „Wer verdammt nochmal ist dieser Winters?“ Die Antwort darauf ist ganz einfach: Er hat das kölsche Hennesche Theater gegründet und fast bis zu seinem Tode geleitet. Mit diesem Theater hat er ein sehr großes Stück Kölner Stadtgeschichte geschrieben. Der Kölsche Humor und die Pflege der kölschen Mundart in diesem Theater stehen direkt hinter der Bedeutung des Kölner Doms und des Rheins. Johann Christoph Winters wurde 1772 geboren und starb 90-jährig am 5. August 1862.

Als junger Mann soll Winters Schneider gewesen und aus der Gegend um Bonn gebürtig sein. Er wanderte als Schneidergeselle durch die Lande und begegnete wohl dort auch Puppenspielern. Sicher hat er manch einem die Kleider der Puppen repariert oder neu geschneidert. In Bonn heiratete er im Sommer 1800 eine Kölnerin. Dadurch landete er zur Zeit der französischen Besatzung Kölns in der Domstadt und blieb.

Kultur-Partner „Johann Christoph Winters in Köln“

Geburt des Hennesche Theater

Winters hatte eine junge Familie und mit ihr drei Kinder, aber keine Geldeinkünfte. In ihm wuchs der Wunsch, wie die Puppenspieler, die er auf seiner Walz kennen gelernt hatte, in Köln regelmäßig Vorführungen zu machen. Zu dieser Zeit gab es von den Franzosen eingesetzte „Maire“  (Bürgermeister). Etwa 1802/3 stellte er den Antrag beim amtierenden Maire Johann Peter Kramer, ein kleines Spielhaus für Kinder eröffnen zu dürfen. Winters durfte! In einem Schreiben dieser Zeit ist wohl überliefert, dass in dem Zuschauerraum immer jemand die jungen Zuschauer beobachtete. Saß ein Pärchen zu unsittlich nahe, da kam der lange Stock, „der Sittlichkeitsschmeck“ und trennte die beiden.

Familie Knollendorf

Ob Winters Knollennasen – Figuren sofort mitspielten, dass ist nicht überliefert. Aber nach zwanzig Jahren waren sie da, die gesamte Knollendorfer Familie. Als sich der erste „Rosenmontagszug“ in Köln 1823 in Bewegung setzte, da spielte Winters schon mit dem Hennesche, der Marizebell, dem Bärbelchen und dem Rest der Familie in seinem kleinen Theater. Nach seiner Hauptfigur, dem Hennesche, einer Art „kölschem Kasper“ wurde dann auch sein Theater benannt. Die Figuren gibt es unverändert noch heute im Hennesche Theater. Da man keine Kenntnisse über ein Grab Winters hatte, er starb verarmt, wurde er vermutlich in einem namenlosen Grab auf dem Melatenfriedhof nahe der Millionenallee beerdigt. Mit seinen Figuren, insbesondere dem kölschen Paar „Tünnes un Schäl“  hat Johann Christoph Winters den Kölner Bürgern ein Erbe hinterlassen, an dem sich auch heute noch viele Kinder und Erwachsene erfreuen. Das Hennesche – Theater befindet sich in der Altstadt am Eisenmarkt.   Siehe auch Millowitsch – Denkmalplatz

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Bildhauer Stefan Kaiser

Zum 200. Geburtstag des Theaters, gleichzeitig Winters 230. Geburtstag, wurde der Bildhauer Stefan Kaiser mit der Erstellung einer Skulptur für einen Denkmalplatz auf dem Friedhof Melaten beauftragt.  Stefan Kaiser, geb. 1956, ist ein Schüler der Professoren Elmar Hillebrand und H.K. Burgeff in Köln. Zahlreiche seiner Kunstwerke schmücken als „Kunst am Bau“ Gebäude und Kirchen im Rheinland. Die Skulptur auf dem Melatenfriedhof ist aber eine ganz besondere Arbeit, da sie einem „Kölner Original“ einen gebührenden Denkmalplatz geschaffen hat. Um die Figur Johann Christoph Winters herum stehen zu seinen Füßen seine langen Wegbegleiter – „Familie Knollendorf“!

Folgende kölsche Wört han wör op et internet jefonge:

Dat Hännesche Theater jehührt zo Kölle wie de Dom, 4711 un Tünnes un Schääl.

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