Standort Karl-Berbuer-Platz, Köln-Altstadt-Süd
erstellt 1987
Künstler Bonifatius Stirnberg – Bildhauer
Kultur-Partner

Denkmalplatz für einen Bäcker

Der Karl-Berbuer-Platz und das darauf stehende „Narrenschiff“ ist ein Denkmalplatz für den Bäckersohn Karl Berbuer. Dieser wurde am 26. Juli 1900 geboren und wie sein Vater zunächst Bäcker. Aber Berbuer hatte einen Hang zur Schauspielkunst, Singerei und natürlich zum Kölner Karneval, in dem er sich schließlich aktiv beteiligte. Dann schrieb und sang Karl Berbuer um 1936 das Lied „Heidewitzka Herr Kapitän“, das ihn sehr bekannt machte. In diesem Lied kommt auch das „Möllemer Böötche“ vor. Übersetzt ins Hochdeutsche: „das kleine Mülheimer Boot“. Karl Berbuer verfasste noch eine Vielzahl von Liedern, nach denen die Menschen vor allem eines konnten, sich in den Arm des Nachbarn einhaken und gemeinsam schunkeln. Und so schunkeln bis heute die Narren und Jecken in allen Karnevalshochburgen nach den Liedern von Karl Berbuer. Auch die zahlreichen Musiker und Entertainer bei Festivitäten, wie Hochzeiten, Geburtstage, städtische Feierlichkeiten etc. bedienen sich gerne Berbuers Lieder.

Kultur-Partner „Karl-Berbuer-Brunnen in Köln“

Deutsche Nationalhymne – Heidewitzka Herr Kapitän

Mit seinem größten Hit, dem „Möllemer Böötche“ bzw. „Heidewitzka Herr Kapitän“ verbindet man auch den Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch. Dieser hat Berbuers Lieder gerne gesungen und sie mit seinen Interpretationen endgültig zu den bekanntesten deutschen Volksliedern gemacht.

Für kurze Zeit war „Heidewitzka Herr Kapitän“ sogar die „Nationalhymne Deutschlands“! Denn dieses Lied wurde unter anderem bei einem Staatsempfang in den USA zu Ehren des ersten deutschen Bundeskanzlers und ehemaligen Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer gespielt und gesungen. Grund: Deutschland hatte zu dieser Zeit noch keine offizielle Hymne. Für die wunderschönen Lieder, es wurden über 120, und seine Verdienste um den Kölner Karneval erhielt Karl Berbuer die Willi-Ostermann-Medaille, die nur besonderen Künstlern zu Teil wird.

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Möllemer Böötche von Bonifatius Stirnberg

Das „Narrenschiff“, das „Möllemer Böötche“, wurde zum 10. Todestag des Sängers, der am 17. November 1977 verstorben war, auf dem nach ihm benannten Platz aufgestellt. Der Aachener Künstler, Bildhauer Bonifatius Stirnberg schuf diesen Brunnen mit den beweglichen Figuren. Stirnberg studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie in der ersten Bildhauerklasse von Joseph Beuys. Dieses Kunstwerk ist ein typischer „Stirnberg“, der in zahlreichen Städten „Puppenbrunnen“ mit den jeweiligen „Originalen“ einer Stadt versieht, wie z. B. in Aachen, Düren oder Stolberg. In Alsdorf steht ein weiteres Narrenschiff. In dem „Möllemer Böötche“ im Kölner Severinsviertel befinden sich ein Funkensoldat mit seinem Mariechen, ein Leierkasten, die Kaiserin Agrippina, Clowns und über allen thronend der Sänger selbst. Bonifatius Stirnberg hat aber auch die Heinzelmännchen in das Boot purzeln lassen. Auch über diese kleinen Kerle hat Karl Berbuer ein Lied verfasst: „Wenn jetz de Heinzelmänncher köme“. Einig seiner bekanntesten Lieder sind im Brunnenrand verewigt.

Der berühmte Refrain von „Heidewitzka“ hier zum Mitsingen:

Heidewitzka, Herr Kapitään

mem Möllemer Böötche fahre mer su jään,

mer kann su schön em Dunkle schunkele,

wenn üvver uns de Stääne funkele!

Heidewitzka, Herr Kapitään

mem Müllemer Böötche fahre mer su jään!

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