Standort Kyotostraße, Klingelpützpark, Köln
erstellt 1. September 1979
Künstler Hans Karl Burgeff  –  Bildhauer
Kulturpartner

Klingelpütz – das Kölner Gefängnis

Der Name Klingelpütz steht in Köln für  „Gefängnis“. Ursprünglich stand das alte Stadtgefängnins nahe dem Hansaring und der Kyotostraße. Dieses Gelände ist heute, nach dem Abriss, ein kleiner städtischer Park. Dort befindet sich auch der Gedenkstein an die vielen Ermordeten und Inhaftierten aus der Nationalsozialistischen Zeit.  Aber woher kommt der Name Klingelpütz. Eine Straße gleichen Namens ist schon im 13. Jahrhundert in Köln verzeichnet. Das Gelände gehörte mal einer Familie Clingelmann, die hier wohl Brunnen betrieb, aus denen sich die Bewohner bedienen konnten. Der Begriff “Pütz“ ist ein alter Begriff aus dem kölschen Dialekt und kommt wohl aus der römischen Gründerzeit Kölns und bedeutet übertragen „Schacht“ bzw. „Brunnen“. So wurde schnell der abgekürzte Begriff „Klingelpütz“ daraus. Auch die neue Justizvollzugsanstalt in Köln-Ossendorf bezeichnen die Kölner heute noch als „Klingelpütz“. Der erste Klingelpütz von 1835 war ursprünglich Teil des alten Befestigungsringes der Stadt. Wegen seines Alters und der nicht mehr zeitgemäßen Haftbedingungen wurde ein neues Gebäude gebaut. Aber auch die Vergangenheit, insbesondere die NS-Zeit trugen zu der Entscheidung bei, das alte Gefängnis abzureißen. Heute nutzen die Kölner den Park entlang der alten Stadtmauer für Erholungspausen. Für Kinder wurde hier ein Spielplatz eingerichtet.

Kultur-Partner „Klingelpütz in Köln“

Berühmter Bewohner

Natürlich hatte der alte „Klingelpütz“ berühmte Insassen. Peter Kürten, genannt der „Vampir von Düsseldorf“  ist wohl einer der namhaftesten, denn viele Buchautoren, Filmemacher, sowie zahlreiche Musiker nehmen bis heute Bezug auf dessen Morde. Alleine 1929 hatte der Massenmörder 9 Menschen getötet. Er wurde am 2. Juli 1931 im Klingelpütz mit dem Fallbeil enthauptet und ohne Kopf beerdigt. Sein mumifizierter Schädel befindet sich seit Ende des Zweiten Weltkrieges als Kriegsbeute in einem amerikanischen Museum in Wisconsin. Während der NS-Zeit erlebte das Gefängnis seine schlimmsten Jahre. Der Klingelpütz wurde als Hinrichtungsstätte intensiv missbraucht. Über 1.000 Menschen wurden hier von Sondergerichten und vom Volksgerichtshof zum Tode durch das Beil verurteilt, einige auch ohne Urteil hingerichtet. Am 4. Juni 1969 wurde das alte Gebäude gesprengt und komplett entfernt. Das neue Gefängnis heißt offiziell JVA (Justizvollzugsanstallt) Köln. Aber für die Kölner ist und bleibt es der Klingelpütz.

Gedenkstein für die Ermordeten

Nach dem Umbau zu einem Park mit Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche wurde anlässlich des 40. Jahrestages des Kriegsbeginns im Jahre 1939 ein Gedenkstein von dem Künstler Hans Karl Burgeff in Erinnerung an die Getöteten im Park platziert. Hierauf steht zu lesen: „„Hier wurden von 1933–1945 über tausend von der nationalsozialistischen Willkürjustiz unschuldig zum Tod Verurteilte hingerichtet.“

Der Bildhauer Hans Karl Burgeff, 20. April 1928  bis  25. Nov. 2005, war als Bildhauer vornehmlich im Rheinland tätig. Nach seinem Studium an den Kölner Werkschulen wurde er später dort auch Professor für Bildhauerei. Bekannte Werke sind u.a. die Münstersche Gedenktafel für Kardinal Höffner und der Dionysos-Brunnen nahe des Kölner Doms .

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