Standort: Rehmplatz  /  Aachen
erstellt: 1887
Künstler Wilhelm Pohl – Bildhauer
Künstler Entwurf: Joseph Laurent, Stadtbaumeister
Kultur-Partner:

Die Mariensäule  –  das erste christlich religiöse Denkmal in Aachen

Der Bildhauer Wilhelm Pohl hat eine große Nähe zur christlichen, sakralen Kunst. So ist er auch der erste Bildhauer, der 1887 das erste rein religiös ausgerichtete Denkmal Aachens in seiner Werkstatt aus Sandstein herstellt. Die Mariensäule wird dann auf dem Rehmplatz aufgestellt. Der Entwurf soll von dem damals erst 23-jährigen und späteren Stadtbaumeister Joseph Laurent, 1853 bis 1923, stammen.
Ein Jahr zuvor hatte Wilhelm Pohl für den Salvatorberg die Kreuzwegstationen gefertigt. Ab 1889 nennt er seine Bildhauerwerkstatt dann auch das „Atelier für christliche Kunst“. Zusammen mit seinem späteren Partner Carl Esser fertigten die beiden Bildhauer unter anderem 12 Königs-Figuren für die Fassade des Aachener Rathauses.

Kulturpartner Mariensäule auf dem Rehmplatz in Aachen:

Der Verfall der Mariensäule auf dem Rehmplatz

An der Mariensäule auf dem Rehmplatz nagt indes der Zahn der Zeit und der Verfall des Sandsteines schreitet sehr stark fort. Die 4 sitzenden Frauen an den jeweiligen Seiten stellen wohl die 4 Gewalten dar. Eine hält eine Gesetzestafel in der Hand, eine hält ein Schild, leider fehlen ihr schon die Unterarme, die dritte hält etwas in der Hand, das nach einem großen Schlüsselbund aussieht. Leider ist bei der vierten Frau überhaupt nicht mehr zu sehen, was diese einmal in ihrer Hand hielt. Die in Sandstein gefertigten Inschriften unter den Frauen scheinen in Kyrillisch zu sein und sind auch nur noch schwer zu erkennen.

Oben auf steht die Mutter Gottes

Die Mutter Gottes hält ihr Kind im Arm, so wie ein königliches Zepter. Sie lächelt und ruht in sich. Zu ihren Füßen spielen Kinder. Einige Anwohner sitzen hier und genießen die Sonne auf diesem Denkmalplatz, den die Stadt anscheinend etwas vergessen hat, abseits der innerstädtischen Touristenströme. Die Mariensäule auf dem Rehmplatz ist ein Ort, der lohnt, besucht und erhalten zu werden.

Quellen:
Karl Faymonville, u.a.: „Die Kunstdenkmäler der Stadt Aachen.“ Die profanen Denkmäler und die Sammlungen der Stadt Aachen. Schwann, Düsseldorf, 1924.
Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland: hrsg. Eduard Trier und Willi Weyres. Düsseldorf, 1980

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