Standort Alte Freiheit – Poststraße;  Wuppertal – Elberfeld
erstellt 1979
Künstler / Architekt Ulle Hees – Schettler – Bildhauerin

Mina Knallenfalls – Denkmal in Elberfeld

Die Bildhauerin Ulle Hees – Schettler hat einer Frau mit dem Namen Mina Knallenfalls ein Denkmal gesetzt. Wer war denn diese Mina Knallenfalls. Zwei Hinweisplatten in Elberfeld zu Füßen der Skulptur in der Fußgängerzone in sichtweite des Elberfelder Schwebebahn-Station geben ein wenig Auskunft.

Otto Hausmann schrieb ein Mundartgedicht um 1870 über die Mina, eine Abkürzung für Wilhelmina, Knallenfalls. Hat es diese Frau denn wirklich gegeben? oder waren es nur die vielfältigen Beobachtungen eines Dichters in jener Zeit?

Die Weberin Mina

Elberfeld war in der Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert sehr schnell gewachsen. Die eigenständigen Nachbarstädte Barmen und Elberfeld wuchsen im Tal der Wupper immer näher zusammen. Ein wichtiger Wirtschaftszweig war die Herstellung von Stoffen und das Färben dieser Textilien. 1870 lebten wohl schon über 200.000 Menschen auf relativ kleinem Raum zusammen.

Sicherlich gab es die Mina Knallenfalls, über die der Dichter hier geschrieben hat wirklich, denn tausende Frauen gingen in die Fabriken, um dort als Weberinnen und Färberinnen zu arbeiten.

Eine weitere von Heimatforschern eruierte These ist, dass in dem Gedicht die Großmutter als Vorlage für die Figur der Mina gedient hat. Hausmanns Großmutter war arm, Kind eines oft trinkenden Vaters. Mina hatte wohl auch zahlreiche Geschwister. Ihre Leben war bis zuletzt schwierig, denn auch ihr späterer Ehemann war dem Alkohol sehr zugewandt, so dass sie wohl zum Geldverdienen in die Fabrik ging.

Mina Knallenfalls in Elberfeld von Ulle Hees

Elberfelder Geschichtsverein

Der Elberfelder Verein „Geschichte Gestalten“ und der Bergische Geschichtsverein haben etwas Licht in Dunkel um die Mina Knallenfalls gebracht. Da aber eine Übersetzung der auf Mundart verfassten beiden Bronzeplatten in der Fussgängerzone fehlt, steht man aus deutscher „Ausländer“ wie vor einem kryptischen Rätsel. Fest scheint nun zu stehen, dass die Figur von dem Mundartdichter Otto Hausmann erfunden wurde, aber er schilderte mit seinen Gedichten die damalige Lebenssituation der Menschen.

Minas Gesicht entstammt der Realität

Als die Bildhauerin Ulle Hees die Figur der Mina Knallenfalls modellierte, da stand sie auch vor der heiklen Aufgabe, der Mina ein Gesicht zu geben. Dieses fand sie bei ihrer Freundin, Heike Jesberger. Der Bildhauerin gefiel die Stubsnase ihrer Freundin und schon war sie das Gesichtsmodell für die Bronzeplastik in Elberfeld. Dies wurde bekannt, als im Jahre 2008 eine weitere Bodenplatte durch die Historikerin Elke Brychta eingeweiht wurde.

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Übersetzungen der Bronzeplatten

1. Bronzeplatte

„Eck si an der Foahr ertrocken, mi Vader wor fuselkrank.
Mi Moder, die streckten Socken on spolden onger de Hank.“

„Ich bin an der Fuhr erzogen, mein Vater war alkoholkrank,
Meine Mutter, die strickte Socken und spulte unter der Hand.“

2. Bronzeplatte

„Orleansdöker leahrt eck maken, die per Damp gefitschkataut,
On ok wat geblömbde Saken Woaden meck alt anvertraut.“

„Orleanstücher lernte ich machen die per Dampf gewebt,
Und auch was geblümte Sachen wurden mir schon anvertraut.“

Die Übersetzungen ins Hochdeutsche entstammen aus einem Heft des Bürgerverein Elberfeld – Südstadt und sind von Lore Duwe.

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