Standort: Burg, Herzogenrath
erstellt: 27. April 1973
Künstler: Kurt-Wolf von Borries – Bildhauer
Kultur-Partner

Annales Rodenses

Die Geschichte Herzogenraths ist verbunden mit dem ständigen Machtwechsel in der limburgischen Region. Für das Jahre 1104 findet sich erstmals die Erwähnung einer Burg mit der Bezeichnung “castrum Rodense” mit einer zugehörigen Ansiedlung, der “castrensis viculus”. Dies ist nachzulesen in den Klosterrather Jahrbüchern, den “Annales Rodenses”.

Die “Burg”, entstanden in einer “Waldrodung”, denn so ist die Übersetzung von “Rodense” wird zu einer wichtigen Zollstätte. Schon wenige Jahre später, 1113, findet hier im Wurmtal der erste Steinkohleabbau statt. Im Jahre 1282 erteilte König Rudolf von Habsburg, die Stadtrechte an Herzogenrath.

Kulturpartner Schütz von Rode in Herzogenrath:

Belagerung der Stadt

Kaum ein Jahr nach dem Erhalt dieser Stadtrechte mussten sich die Bürger von Herzogenrath einem kriegerischen Heer der Brabanter erwehren. Die Brabanter Herzöge versuchten immer wieder, ihren  Herrschaftsbereich vom heutigen Belgien und den südlichen Niederlanden aus zu vergrößern. Herzog Johann I. schickte seinen Heerführer Winnemar von Gijmenich kurz vor Weihnachten des Jahres 1283 nach Herzogenrath. Es war nicht das erste Mal, dass die Burg Rode angegriffen wurde. Aber Winnemar von Gijmenich setzte auf Zeit und belagerte die Burg mit dessen Bewohner. Der Plan schien aufzugehen. Die Lebensmittel wurden immer knapper. Winnemar konnte warten. Mit einem Angriff, vor allem sogar von oben herab, rechnete er nicht.

St. Sebastiani-Armbrustschützen-Gesellschaft Anno 1250

Auf Grund der wiederholten Angriffe auf ihre kleine Ansiedlung und ihre Burg hatte sich in Herzogenrath schon 1250 eine “Bürgerwehr” gegründet. Ihre Waffe war die Armbrust. Damit wussten ein paar Männer der Stadt sehr gut umzugehen. Auch deshalb wollten sich einige wehrhafte Bürger nicht mit einer kampflosen Übergabe ihrer Burg zufrieden geben. Sie ersannen einen Plan. Für einen wirkungsvollen Schuss mit der Armbrust musste man aber unbemerkt nahe genug an den Gegner herankommen. Mit seiner Armbrust bewaffnet ließ sich wohl ein Herzogenrather von der Burgmauer in einen Baum abseilen. Es soll sich um den mutigen Waffenschmied gehandelt haben. Im Baum oder auch dahinter wartete dieser nun auf die Gelegenheit für einen guten Schuss. Als Winnemar von Gijmenich seinen Kontrollritt machte und dabei nahe genug herangekommen war, zielte der Armbrustschütze so gut, dass der Heerführer vom abgeschossenen Bolzen der Armbrust tödlich getroffen zu Boden sank. Weitere Kampfhandlungen sind nicht belegt. Die Belagerer zogen wohl ab.

So oder ähnlich muss sich diese Begebenheit zugetragen haben.  Der Name des “Schütz von Rode” blieb unbekannt, doch er wurde zum Held dieser Befreiung und wird bis heute dafür in Herzogenrath geehrt. Der unbekannte “Schütz von Rode” hatte damit etwa 24 Jahre vor dem wohl berühmtesten Armbrustschützen der Welt, dem Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell, einen “goldenen Befreiungsschuss” abgefeuert.

Wandern Sie hier von Denkmalplatz zu Denkmalplatz in Herzogenrath

Kurt-Wolf von BorriesAn der Mauer des Burggartens der Herzogenrather Burg wurde zur Erinnerung an diesen tollkühnen Schuss dem „Schütz von Rode“ ein Denkmalplatz geschaffen. Das Bronzereliefs ist von dem Künstler Kurt-Wolf von Borries, geb. 26. Febr. 1928  gest. 24. März 1985. Die Herzogenrather kennen seine Moses – Skulptur am Herzogenrather Bahnhof und natürlich auch den Bahkauvbrunnen in Aachen. Wie auch schon der Moses, so wurde die Bronzetafel von der Firma Ferdinand B. Schmetz, der Stadt und den Bürgern von Herzogenrath gestiftet.

Quelle u.a.:

Chronica Rodensis – Herzogenrather Geschichte in Daten – 1090 bis 1975 von Jakob Steinbusch

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