Standort Venloer Str. – Piusstr.  /  Köln
erstellt 1990
Künstler Gunter Demnig  –  Projektkünstler
Kultur-Partner

Die lange Spur der Erinnerungen

Der Kölner Künstler Gunter Demnig legte 1990 eine Spur der Erinnerungen, um die Deportation von über 1.000 Sinti und Roma in Köln nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Hierzu zog er eine rote Linie, bzw Schriftspur von dem ehemaligen Lager in Köln – Bickendorf bis zum Messegelände Köln – Deutz. Die Nationalsozialisten in Köln wollten alle Bewohner dieser Volksgruppen aus dem Regierungsbezirk Köln entfernen. Hierzu wurden diese schon 1935 in Sammellagern, wie Bickendorf zusammengetrieben. Am 16. Mai 1940 wurde dieses Lager aufgelöst und alle Bewohner in die Messehallen gebracht. Einige Tage später ging es zum Bahnhof Deutz in bereit stehende Wagons. Ziel waren Gebiete im östlichen Polen. Die Spur, die Gunter Demnig als Spur der Erinnerungen gezogen hatte, besteht an einigen Stellen durch ein beständiges Schriftband im Boden.

Kultur-Partner „Spur der Erinnerungen in Köln“

Sinti und Roma oder doch besser Zigeuner

Die Begriffe Sinti und Roma werden heute für alle Volksgruppen verwendet, die früher einmal „Fahrendes Volk“ oder auch Zigeuner genannt wurden. Doch Sintis und Roma sind eben nur zwei Volksgruppen. Die anderen sollten nicht vergessen werden. Daher ist diese Spur der Erinnerungen auch eine Spur für Volksgruppen wie die Arlija, Gurbeta, Jenische, Kale oder Mansusa. Gemeinsam haben diese Minderheiten in Europa, dass sie kein Land haben, dass sie ihr Eigenes nennen können. Auch heute, im Rahmen der Öffnung der Grenzen mit Reisefreiheit für Jedermann, wird Stimmung gegen vorgenannte Menschen mit entsprechenden Abstammungen gemacht.

Sinti und Roma - Mahnmal in Köln Deutz

Sinti und Roma – Mahnmal in Köln Deutz

Django Reinhardt und Marianne Rosenberg

Die Schlagersängerin Marianne Rosenberg hat wegen ihrer Karriere lange ihre Abstammung verschwiegen. Ihre Familie gehört zum „Fahrenden Volk“ der Sinti. Heute singt sie für anwesende Sinti und Roma auch immer ein Lied in der alten Sanskrit – Sprache, in der sich viele Familien über die Grenzen hinweg noch verständigen.

Django Reinhardt hat die Menschen mit seiner Gitarrenmusik erobert. Er kommt aus dem Volksstamm der Manouches, einem französischen Zigeunervolk. Seine Spielweise war so eigen und virtuos, dass er bald mit Duke Ellington und anderen Swing- und Jazzgrößen zusammenspielte. Heute gibt es in Deutschland und Frankreich jährlich wiederkehrende Festivals, die nach Django Reinhardt benannt sind. Der Zigeuner – Musiker gilt als Mitbegründer des europäischen Jazz.

Wandern Sie hier von Denkmalplatz zu Denkmalplatz im linkssrheinischen Köln

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Die Spur der Erinnerungen ist heute

Zahlreiche Mahnmale und Plätze weisen auf die Vertreibung und Tötung tausender Sinti und Roma in der Zeit des zweiten Weltkrieges  hin. Auf dem Gehweg der Venloer Straße – Ecke Piusstraße in Köln ist zu lesen:

– 1000 Roma und Sinti — Mai 1940 –

Es war nicht die erste ihrer Art gegen das Fahrende Volk, dass heute in vielen Städten mitten unter uns lebt und zur jeweiligen kommunalen Gemeinschaft gehört. Ihr Drang, sich mit Wohnwagen immer wieder mal aus ihren Wohnsiedlungen auf Reisen zu begeben, ist nach wie vor vorhanden. Leider auch die Vorurteile. Die Sprache der Zigeuner ist eine rein gesprochene Sprache. Sie wird von Generation zu Generation überliefert und wandelt sich damit ständig.

Vielleicht waren es ja die Vorfahren der Zigeuner, eines Volkes auf Wanderschaft, die Europa für den Menschen urbar gemacht haben. Demnach stammen wir alle von diesen Bevölkerungsgruppen ab, haben uns nur bodenständiger entwickelt!

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