Standort  Feilsgraben, Mayen
erstellt  1. Kirche um 600,  ab 1953 Wiederaufbau
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St Clemens Kirchturm und die verdrehte Spitze

Weithin sichtbar leuchtet in Mayen das goldene Kreuz vom St Clemens Kirchturm. Die verdrehte Turmspitze ist das Wahrzeichen von Mayen. Erstmals wurde an der Stelle des heutigen Kirchengebäudes eine Kirche wohl in der Zeit um 600 erbaut. Hierbei handelte es sich wohl noch um ein Gebäude aus Holz. Danach erfolgten ständige Erweiterungen und Neubauten von einer Saalkirche, zu einer romanischen Basilika oder der späteren Gotischen Kirche. Nach der Zerstörung im Krieg wurde die Kirche St. Clemens ab 1953, der Turm ab 1973, allerdings etwas kleiner wieder aufgebaut. Seither haben die Mayener „Ihr Wahrzeichen“, den schiefen St Clemens Kirchturm wieder.

Die Sage

Die gläubigen Mayener Bürger wollten für die wachsende Gemeinde eine wesentlich größeres Gotteshaus errichten. Baumaterial war in den Basaltsteinbrüchen dieser Region in ausreichender Menge vorhanden. Somit wurde ein Baumeister mit der Planung und Realisierung des Kirchenbauwerks beauftragt. Große Steinblöcke wurden sodann aus den Basaltvorkommen herausgebrochen. Die Arbeit war sehr mühselig. Vor allem der Transport der schweren Basaltblöcke bis zur Baustelle stellte die Mayener vor eine scheinbar viel zu große Herausforderung. Die Steinmetze und Maurer konnten nur in dem Tempo mit dem Kirchenbau fortfahren, wie sie ausreichend Basaltsteine zur Verfügung hatten. Doch immer wieder mussten sie ihre Arbeit unterbrechen, da sie kein Baumaterial hatten. Der Bau des Gotteshauses zog sich hin und drohte gar an dem Transportproblem zu scheitern.

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Die listigen Baumeister

Während die Steinmetze mal wieder auf Baumaterial aus den Steinbrüchen warteten, erschien ein Fremder an der Baustelle. Er sah aus wie ein Durchreisender mit einem sehr langen Mantel, der fast den Boden berührte. Noch war nicht zu erkennen, um was für ein Bauwerk es sich später handeln sollte. Es standen nur die Grundmauern, die zeigten, dass es sich hier um ein großes Gebäude handeln musste. Neugierig fragte daher der Unbekannte die Bauleute aus, was denn hier gebaut werden sollte. Die Mayener Handwerker hatten aber trotz des langen Mantels bemerkt, dass dieser Fremdling wohl einen Pferdefuß oder Klumpfuß hatte. So waren sie vorsichtig und eher wortkarg. Eventuell stand ihnen ja der Teufel gegenüber. So stellte dieser Fremde Mutmaßungen über den Sinn des Bauwerkes an.

Der Teufel packte mit an

Ob es denn ein Tanzsaal mit Gaststätte würde bei der Größe? Die Handwerker bestätigten dies. Und das schien auch schlüssig, denn in Mayen wird zum jährlich stattfindenden Lukasmarkt und anderen Festen auch getanzt. Der Fremde mit dem Pferdefuß sah sehr zufrieden aus und versprach, bei der Fertigstellung des Hauses behilflich zu sein. Dann verschwand er wieder. Am nächsten Morgen staunten die Steinmetze nicht schlecht, als sie ihre Arbeit beginnen wollten. Über Nacht waren dort so viele Basaltblöcke zur Baustelle verbracht worden, dass sie nun zügig ohne weitere Unterbrechungen den Bau der Kirche fortsetzen konnten. Sie waren sich sicher, dass dies das Werk des Fremden war. Das musste also der Teufel persönlich gewesen sein, der Ihnen am Tag zuvor begegnet war. Dass sie ihn belogen hatten, das störte die Handwerker zunächst erst einmal nicht.

Der wütende Teufel

Mit dem zur Verfügung stehenden Baumaterial wuchs die Kirche und wurde schließlich im Herbst fertig gestellt. Zu dieser Zeit findet auch immer der Lukasmarkt statt. Nun kam also der Teufel vorbei, um sich das fertige Gebäude anzusehen und mit den Mayenern in der neuen Gasstätte zu feiern und zu saufen. Denn so kam der Teufel häufiger an arme Seelen. Nur deshalb hatte er ja die Steine geliefert.

Doch zu seinem Entsetzen sah der Teufel etwas ganz anderes. Der Bischof und alle gläubigen Mayener gingen in einem Festzug zu dem neu erstellten Gebäude. Doch es war kein Tanzsaal mit Wirtshaus, sondern eine Kirche mit einer sehr hohen, weit in den Himmel ragenden Kirchturmspitze. Voll Zorn und Wut ergriff der Teufel den St Clemens Kirchturm, um ihn zu zerstören.

Der Baumeister der Kirche aber hatte seine Handwerker angewiesen, ein besonders stabiles Gotteshaus mit einem standhaften Kirchturm zu bauen. Ob er wohl dabei auch an den Teufel gedacht hatte, kann unter diesen Umständen wohl angenommen werden.

Nun hielt der Teufel die Spitze des Turmes fest umklammert. Doch sein ganzes Ziehen nutzte nichts. Der Turm hielt seinem Zugriff stand. Lediglich die Turmspitze wurde durch ihn etwas verdreht. Schließlich ließ der Teufel, Angesichts der vielen Gläubigen, die standhaft blieben wie ihre neue Kirche, von seinem Vorhaben ab und verschwand. Zurück blieb seither eine in sich verdrehter St Clemens Kirchturm, der zum Wahrzeichen Mayens wurde.

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