Standort Grabenstraße und weitere Denkmalplätze im Stadtgebiet Eschweiler
erstellt ab 2011
Künstler Gunter Demnig  –  Projektkünstler
Kultur-Partner  

Stolpersteine in Eschweiler seit 2011

Der Name Gunter Demnig war bis 2011 auch in Eschweiler nicht so sehr vielen Menschen bekannt. Doch mittlerweile „stolpern“ auch in Eschweiler immer mehr Menschen über immer mehr dieser kleinen gold schimmernden mit einer Messingplatte versehenen Steine. In Eschweiler erinnern bislang 28 dieser kleinen Denkmalplätze an Opfer des Nationalsozilismus. Bislang wurden nur Steine für jüdische Opfer verlegt. Allerdings umfasst das Projekt Stolpersteine auch alle anderen Verfolgten, wie Sinti und Roma, Widerstandskämpfer, Homiosexuelle, so wie auch Kommunisten und Gewerkschafter.

Kulturpartner Stolpersteine in Eschweiler:

Kleine Messingplatten der Erinnerung

So erinnern „Stolpersteine“ in der „Grabenstraße 78“ an Antonie Kaufmann und David Kaufmann. Beide wurden im Alter von 70 Jahren im KZ- Auschwitz-Birkenau ermordet. Vorher betrieben Sie in Eschweiler ein gutes Bekleidungs-Kaufhaus. Herr Kaufmann war auch in der Synagogengemeinde aktiv. Die beiden Kinder Kaufmanns waren rechtzeitig in den 30er Jahren in die USA ausgewandert.
Ebenfalls in der Grabenstraße vor dem Haus 31 befinden sich 3 Stolpersteine. Harry Goetz war, wie die Kaufmanns ein angesehener Geschäftsmann in Eschweiler und betrieb das Schuh- und Bekleidungsgeschäft Goetz.  Sein Schwiegersohn Karl Stern, der ebenfalls im Herrengeschäft tätig war, und seine Tochter Lilli wurden mit ihm zusammen nach Aachen verbracht und von dort in die Konzentrationslager. Noch heute befindet sich in der Grabenstr. 31 ein Herrenmodegeschäft.

Weitere „Stolpersteine“ befinden sich im gesamten Stadtgebiet. Jeder einzelne Stein ist ein Denkmalplatz. Für die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Eschweiler gibt es das Internet-Projekt www.eschweiler-juden.de Hier sind nicht nur die Daten und Namen zu allen verlegten Stolpersteinen zu finden, sondern auch die Namen aller über ca. 600 in Eschweiler wohnenden Juden seit etwa dem Jahre 1800.

Das Projekt Stolpersteine

Zwischen 1993 und 1997 entwickelte Gunter Demnig das Denkmalplatz – Projekt „Stolpersteine“ von der Idee bis zur Realisierung und der ersten Verlegung von Erinnerungssteinen. Mit seinen Pflastersteinen mit Messingdeckel, diese versehen mit einer Inschrift, erinnert der Künstler an die Opfer der NS-Zeit. Und er erinnert mit jedem Stolperstein immer an eine Person, so dass auch mehrere Steine vor einem Haus, dem letzten Wohnort der Menschen, im Boden eingelassen sein können, wenn zum Beispiel eine komplette Familie deportiert und später umgebracht worden ist. Klar, dass Gunter Demnig die ersten Steine ohne Einholung einer behördlichen Genehmigung in den Boden brachte. Dies war in Berlin 1996 und Köln 1997.

Stolpersteine in über 750 Städten in Europa

Seit dem Jahr 2000 ist die Verlegung dieser „Stolpersteine“ bundesweit mit vorher genehmigtem Bauantrag erlaubt. Allerdings gab und gibt es immer wieder Versuche, wie seinerzeit in Hamburg von der Schill-Partei, die Verlegung solcher Stolpersteine zu verhindern. Einige Städte, wie München, aber auch private Hausbesitzer wehren sich erfolgreich gegen die Hinweissteine in den Gehwegen. Andererseits gibt es einige Nachahmer mit ähnlichen Projekten, die der Künstler sicherlich zu Recht als Plagiate bezeichnet. Ergebnis seiner Idee und der Realisierung sind heute vielfache Preise für den Künstler bis hin zum Bundesverdienstkreuz. Mittlerweile hat seine Idee die Grenzen zu den Nachbarländern überschritten. Derzeit sind in ca. 750 Städten und Gemeinden, vorwiegend in Deutschland, aber auch in Österreich, Ungarn, Niederlande, Belgien und weiteren Staaten ca. 35.000 Stolpersteine von Gunter Demnig verlegt worden. Und jeder Stein ist ein ganz besonderer Denkmalplatz! Alle Informationen zu Gunter Demnigs Denkmalplatz – Projekt „Stolpersteine“, vor allem, wie Sie eine Patenschaft übernehmen können, finden Sie auf der Website: www.stolpersteine.com

Auf seiner Startseite erscheint dann auch ein Stolperstein mit folgendem Text:
STOLPERSTEINE – EIN KUNSTPROJEKT FÜR EUROPA VON GUNTER DEMNIG Ein Projekt, dass die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig erhält.
 

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