Standort Sebastianusstraße, Würselener
erstellt: datiert ca. 8. / 9. Jahrhundert
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Düvelstadt – Würselen

Zunächst muss der Begriff „Düvel“ für nicht Rheinländer übersetzt werden. Mit „Düvel“ ist der Teufel gemeint. Bei einer Sanierung und Erweiterung der Kirche St. Sebastian im Jahre 1938 wurde unter dem Dach im alten Turm eine Figur entdeckt. Hierbei handelt es sich zunächst einmal um ein hockendes Wesen, dass die Zähne fletscht. Derartige Tierwesen sollen der Überlieferung nach böse Dämonen fern halten. Dies kann auch angenommen werden, da sich die Figur im Kirchturm, der höchsten Erhebung des alten Ortes befand. Und es sollen sogar 4 Fabelwesen gewesen sein, für jede Himmelsrichtung eine. Als der Fund dieser Figur 1938 die Runde machte, da glaubte jemand, den Teufel in diesem alten Kunstwerk zu erkennen. Tatsächlich ähnelt dieser sitzende und wirklich nicht freundlich schauende Vierbeiner eher einem Hund oder einem Löwen. Doch die Geschichte mit dem Teufel manifestierte sich und schnell hieß es im Umland:

Würselen, das ist die Teufelstadt.

Kulturpartner Düvel von Würselen:

Wie der Teufel nach Würselen kam

Das Alter der originalen Skulptur wird etwa auf das 8. / 9. Jahrhundert datiert. Das kommt der Zeit der erstmaligen urkundlichen Erwähnung Würselens um 870 nahe. Wir wissen aus Sagen, dass der Teufel Ende des 8. Jahrhunderts bei den Aachenern war und sich dort beim Bau des Doms lächerlich gemacht hatte. Lesen Sie die Dombausaga und die Geschichte vom Lousberg.

Da kann es ja tatsächlich sein, dass dieser „Düvel“ es auch bei den Würselenern probiert hat. Zur Abschreckung hatte dann wohl ein Bildhauer diese Löwenfiguren geschaffen.

Eine Steinkopie des „Düvel“ sitzt nun außerhalb der Kirche in der nördlichen Turmwand und blickt zum Schutz der Bürger über die Stadt.

Wandern Sie hier von Denkmalplatz zu Denkmalplatz – Würselen

Der „Düvel“ ist heute Kulturgut

Die Karnevalisten waren die Ersten, die sich des Teufels annahmen. Er wurde sehr schnell in das Vereinslogo des I. Würselener-Karnevals-Vereins, WKV, übernommen. Seit 2001 wird von der Stadt eine „Düvel-Skulptur“, jeweils ein Unikat des Steinbildhauers Rainer Klinkenberg, an einen verdienstvollen Bürger vergeben. Und ein lustiges Teufelchen begrüßt Neubürger in Würselen auf der Stadtbroschüre. Sehen Sie sich mal das Jungenspiel-Denkmal von Bonifatius Stirnberg an. Auch hier befinden sich 4 Düvel – Löwenköpfe unter den Maijungen und Mädchen.

Heimat- und Karnevalslieder besingen ebenfalls den „Wöscheler Düvel“.

Auszug eines Liedes von Theo Kogel 

In Würselen ist der Teufel los,   in Würselen an der Wurm.
Es singen, springen Klein und Groß,   der Düvel tanzt im Turm.
Refrain eines Würselener Heimatliedes von Friedel Schwartz
…dat es mi Wöschele wie vör dusend Joere 
dat es mi Wöschele, Düvelsstadt jenannt.

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