Standort Kupferstr. – Champierweg  /  Aachen / Lousberg
erstellt 1985
Künstler Krista Löneke-Kemmerling – Bildhauerin
Kultur-Partner  

Teufel und Marktfrau und die „lousen“ Aachener!

In dieser Sage vom Teufel und der Marktfrau spielen ganz entscheidend die schlauen „lousen“ Aachener ein Rolle. Mit ihnen, wie mit der Marktfrau, hatte der Teufel so manches Leid zu ertragen. „Und so begab es sich, dass den Aachenern beim Bau ihres Domes das Geld ausging. Zuviel Geld war für den Weiterbau notwendig. Selbst durch weitere Steuern war es nicht aufzutreiben. Da entschied man sich, ein Angebot des Teufels, der nur auf so eine Gelegenheit gewartet hatte, anzunehmen. Die Aachener bekamen nun ausreichend Gold für die Fertigstellung des Doms. Als Gegenleistung stimmte man mit einem sehr mulmigen Gefühl zu, die Seele desjenigen, der als erster den Dom betrat, dem Teufel zu überlassen. Nach der Fertigstellung wartete der Teufel im Dom auf sein Honorar. Doch wer wollte sich nun dem Teufel opfern? Da kam ihnen eine findige Idee! Einige Aachener zogen aus und fingen in den nahen Wäldern der Eifel/Ardennen-Region einen Wolf, der wahrscheinlich aber ein Bär war. Es war natürlich ein gefährliches Unterfangen und niemand wusste, wie der Teufel reagieren würde. Die mutigsten Aachener brachten den Wolf vor die Domtür, öffneten diese und ließen das Tier hineinlaufen. Der Teufel erkannte, dass die Aachener ihn um seinen Lohn betrogen hatten und rannte aufgebracht zum Eingang. Und während er mit Wut das schwere Domportal zuwarf, blieb er auch noch mit seinem Daumen in der Tür hängen und riss sich diesen ab.“ Dies zur Vorgeschichte. Den Daumen findet man seitdem im Maul des Wolfes, an der Domtür, die auch „Wolfstür“ genannt wird, wobei es sich hier doch eher um einen Löwenkopf handelt. Aber das sehen die Aachener gelassen.

Kulturpartner Teufel und Marktfrau in Aachen:

Wie der Lousberg entstand!

Der Teufel sann auf Rache für die „lousen“ Aachener. Er holte sich Unmengen von Sand und beschloss, die Stadt und seine Bürger, vor allem aber den Aachener Dom darunter zu vergraben. Mit den Sandsäcken auf dem Rücken war er kurz vor seinem Ziel. Aber er war doch etwas müde von der schweren Last. Da kam eine Marktfrau vorbei. Diese erkannte, wer vor ihr stand an dem Pferdefuß des Teufels und nicht zuletzt an dem fehlenden Daumen. Als der Teufel die Marktfrau fragte, wie weit es denn noch bis Aachen sei, überlegte diese nicht lange und deutete auf ihr völlig ausgetretenes Schuhwerk mit Löchern in den Sohlen hin und holte auch noch ein altes trockenes Brot hervor. „Beide Dinge habe ich auf dem Aachener Markt neu erstanden, und nun sind die Schuhe vom weiten Laufen schon verschlissen,“ sagte sie. An anderer Stelle wird auch erzählt, dass die Frau ein Kreuz aus ihrem Korb holte und dem Teufel entgegen hielt. Jedenfalls warf der Teufel aus Zorn und weil er erschöpft war, die Säcke auf den Boden. Sie platzten und hinterließen den Lousberg und den Salvatorberg vor den Stadttoren Aachens.

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Ein kleiner Fehler im Kunstwerk!

„De Oecher send der Düvel ze lous!“ – Die Aachener sind dem Teufel zu schlau!“, so lautet ein Spruch, den die Aachener gerne mit einem verschmitzten Lachen auf ihren Lippen sagen. Für diesen Denkmalplatz schuf 1985 die Aachener Künstlerin Krista Löneke-Kemmerling die Bronzefiguren und erinnert damit an diese Sage. Allerdings unterlief ihr ein kleiner Schönheitsfehler. Der Teufel hatte noch beide Daumen in ihrer Plastik. Einige Aachener korrigierten dies in einer nächtlichen Aktion und amputierten einfach den Daumen, der seitdem verschollen ist. Die Künstlerin, deren Kunstwerk ja beschädigt war, erkannte aber selber ihren historischen Irrtum und verschloss die Stelle einfach. Polizeiliche Ermittlungen wurden ohne Ergebnis eingestellt. Krista Löneke-Kemmerling ist die Ehefrau des Künstlers Hubert Löneke. Beide hatten sich schon während ihres Bildhauerstudiums an der Düsseldorfer Kunstakademie kennen gelernt und später jeder für sich, aber auch gemeinsam, Skulpturenprojekte für den öffentlichen Raum umgesetzt und so eine Vielzahl von Denkmalplätzen geschaffen. Lesen Sie hierzu auch über den „Klenkes“ und das „Printenmädchen“.

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