Standort Am Kaje, westlich der Deichstraße, Hamburg-Altstadt
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Hamburg im 18. Jahrhundert

Hamburg hat sich zu einer bedeutenden Hafenstadt entwickelt, steht in Konkurrenz zum benachbarten Altona und gehört als Gründungsstadt zur Wirtschaftsgemeinschaft der HANSE. In der alten Innenstadt wird es immer enger. Die Bevölkerung wächst. Die Senatoren der Stadt wissen längst, dass sie etwas tun müssen, um ihre Stadt neu zu gestalten. Städteplaner wie der Engländer William Lindley sind schon fleißig an der Realisierung. Insbesondere die Kloaken der Wasserläufe in der Stadt stinken zum Himmel. Es gibt noch keine Kanalisation, keine saubere Bewässerung der Häuser. Es wimmelt überall von Ratten. Typhus ist eine weit verbreitete Krankheit.

Kultur-Partner „Theodor Dill – Denkmal in Hamburg“

Der Große Brand von Hamburg – Fluch oder Segen?

Ein Nachtwächter scheint am 5. Mai 1842 unterwegs zu sein, als er in einem Speicher, Lager für jedwede Ware der Händler, in der Deichstraße 44 Feuer bemerkt. Die Häuser sind ausschließlich in Faschwerkbauweise konstruiert. Die benachbarten Lagerräume sind ebenfalls voll mit brennbaren Gütern. So breiten sich die Flammen schneller aus, als die heran geeilten Feuerwehren löschen können. Ein Wind soll die Flammen zusätzlich geschürt haben. Zu allem Unglück herrscht gerade Niedrigwasser in den Fleeten, den Flussläufen zwischen den Häuserzeilen. Fehlentscheidungen der Senatoren führen dazu, dass sich der Brand weiter ausbreitet. Um das Feuer zu stoppen lässt man schließlich sogar das alte Rathaus an der Trostbrücke sprengen.

Nikolai Fleet in Hamburg

Theodor Dill – aussichtsloser Kampf gegen die Flammen

Die Börse in Hamburg wurde erst Monate zuvor von den Hamburger Kaufleuten feierlich eingeweiht. Es ist in seiner Zeit ein modernes Gebäude, denn seine Außenmauern sind aus Stein. Schwachstelle ist vor allem das Kupferdach. Um die Börse herum brennt fast alles und die Hitze bedroht nun auch die Börse. Theodor Dill ist verzweifelt und handelt. Mit weiteren neun tapferen Männern versuchen sie alle leicht brennbaren Gegenstände, die sie für abkömmlich erachten, nach draußen zu bringen, um das Feuer nicht auf die Innenräume überspringen zu lassen. Gleichzeitig holen sie nahe der Börse aus den ziemlich leeren Fleeten mit allen greifbaren Gefäßen so viel Wasser, dass wenigsten immer die entstehenden Glutnester im Haus gelöscht werden können. Theodor Dill und seine Helfer befinden sich in Lebensgefahr. Sie sind zeitweise komplett von Bränden umgeben. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das Feuer sich der Börse bemächtigt.

Wandern Sie hier von Denkmalplatz zu Denkmalplatz in Hamburg Mitte

Theodor Dill – Retter der Hamburger Börse

Nach etwa 24 Stunden Kampf kann Theodor Dill Entwarnung geben. Das Feuer ist weitergezogen und hat die Börse stehen lassen. Noch zwei weitere Tage brennt die Stadt, hinterlässt der Große Brand von Hamburg 1842 eine verwüstete Stadt und kommt dann an der Innenalster zum Stehen. Mehr als 20.000 Obdachlose gibt es nun und über ein Viertel der Stadt sind abgebrannt. Doch dieses Ereignis beflügelt die Stadtväter nun, eine neue Innenstadt zu bauen. Neben Sir William Lindley werden weitere Stadtarchitekten mit dem Aufbau eines modernen Hamburg beauftragt. So entstehen beispielsweise die Alsterarkaden. Einige historische Häuser, die auf Grund günstiger Windverhältnisse nicht betroffen waren, stehen noch heute in der Deichstraße, dort, wo die Katastrophe einst begann. Unter anderem erinnert dies Büste von Theodor Dill, gestiftet vom Verein „Rettet die Deichstrasse“ und eine Gedenktafel an den Retter der Börse, der selbst in der Deichstraße wohnte.

Quellen: http://www.hamburgs-geschichte.de
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