Standort Brigittengäßchen, Köln-Altstadt
erstellt 1974
Künstler Wolfgag Reuter – Bildhauer
Kultur-Partner

Johann Christoph Winters und sein Henneschen Theater

„In jedem Kölner steckt ein bisschen der Tünnes und auch der Schäl!“

Das beschreibt den echten Kölner ganz gut. Und genau das hat der Puppenmacher und Gründer des Henneschen Theaters Johann Christoph Winters den Kölnern vorgeführt. Der Tünnes mit seiner Knollennase ist seine Figur, mit der der Erfolg des Henneschen Theaters schon 1803 begann. Tünnes war der Spiegel für die Kölner. Der schmale lange Schäl kam erst knapp 50 Jahre später hinzu. Dazu beigetragen haben soll der Großvater von Willi Millowitsch. Denn Franz Milewitz eröffnete seinerseits ein Puppentheater, zwar auf der „schäl Sik“, also der anderen Rheinseite bei Köln-Deutz. Aber das ärgerte den Winters so sehr, dass dabei der Schäl entstand. Und seitdem stehen Tünnes und Schäl zusammen und erzählen, streiten und philosophieren auf echt Kölsche Art! Und keiner kann mehr ohne den Anderen!

Kultur-Partner „Tünnes und Schäl in Köln“

Kölscher Humor

Der knollennasige Tünnes hat eine gewisse Bauernschläue. Der etwas schlitzohrige Schäl mit seinem Frack und Hut will immer ein bisschen mehr darstellen, als er in Wahrheit ist. Tünnes und Schäl sind jedenfalls weit über Köln hinaus für ihre Witze, Sprüche und kölsche Anekdoten bekannt. Nachfolgend einige Wortwechsel der beiden Kölner Originale, die es in Wirklichkeit nicht gegeben haben soll! Oder gibt es sie vielleicht doch? Vorsicht! An der nächsten Ecke könnten sie vor euch stehen!

Der Tünnes säät dem Schäl:   „Wenn do widder ding Frou bützt, treck jefälligs de Vorhäng zou! Aal Lück han Jesteren över dich jelaacht!“  Antwort dä Schäl:   „Wat redse sune Quaatsch! Jestern wör ich doch janiet zo huuss!“

Der Tünnes ist verletzt im Krankenhaus.  Schäl besucht ihn und sagt:  „Wie is dat denn mööchlich? Jestern hann wör us noch jesinn! Da hatse noch en lecker Määdche in dinge Ärm!“   Antwortet der verletzte Tünnes:  „Jenau dat is et joh! Ming Frau hätt mich ooch jesinn!“  

Tünnes: „ Ming schöönste Stunde verdank ich dem Henneschen-Theater.“   Schäl: „Wie dat? Jeiste do esu jern hin?“   Tünnes: „Nee, ich nit! Äver ming Frou!“

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Knollennase als Glücksbringer

Die beiden Figuren des Tünnes und Schäl als Bronzefiguren sind dem Bauunternehmer Jupp Engels zu verdanken. Umgesetzt hat sie der Kölner Bildhauer Wolfgang Reuter, geboren 1934. Seine Ausbildung hat er bei den Kölner Werkschulen mit dem Studienabschluss des Meisterschülers absolviert. Wie es sich für Bildhauer aus Köln gehört, zählen auch sakrale Arbeiten zum bildhauerischen Repertoire. Mahnmale, Skulpturen und Gedenktafeln für den öffentlichen Raum wurden von Wolfgang Reuter vorwiegend im Rheinischen Raum gestaltet. Den Tünnes und Schäl gibt es von ihm auch noch in Berlin-Treptow. In Brühl steht z. B. sein 3-Städte-Brunnen. Für die Weltkulturerbestadt Wartburg hat Wolfgang Reuter 2011 die offizielle Gedenkmünze der UNESCO geschaffen. Eines ist jedenfalls sicher. Keiner Skulptur in Köln wird so oft an die Nase gefasst, wie dem Tünnes. Denn das Anfassen der Knollennase bringt Glück!

Anmerkung der Redaktion:   Ausprobieren! Es stimmt wirklich!
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