Standort Münsterplatz  /  Aachen
erstellt 1847
Künstler Friedrich Josef Ark – Stadtbaumeister   /  Wilhelm Josef Wings – Steinmetz   /   Gottfried GöttingBildhauer
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Der Vinzenbrunnen am Aachener Dom

Der Münsterplatz, auf dem der Vinzenzbrunnen steht, befindet sich unmittelbar neben dem Aachener Dom, auch „Münster“ genannt. Allerdings wurde dieser Platz erst ab etwa 1838 so benannt. Wie viele Könige und Kaiser hier in Jahrhunderten entlang gegangen sind, das kann heute niemand mit Gewissheit sagen. Man spürt einfach die besondere Energie dieses magischen Ortes. Und so befinden sich hier gleich drei völlig unterschiedliche Denkmale / Kunstobjekte auf diesem Denkmalplatz. Der Münsterplatz war ein „Kirchhoff“ und in der Zeit des 14. Jahrhunderts gab es sogar einen kleinen Friedhof. Zu dieser Zeit arbeiteten hier auch Handwerker, wie Schmiede, Steinmetze und Stellmacher. Märkte fanden ebenfalls immer wieder statt. Und so hieß dieser Platz dann auch einmal Singvogelmarkt. Heute erfreut sich der Münsterplatz größter Beliebtheit bei Einheimischen, wie bei Touristen mit einer Vielzahl von Blumen- und Flohmärkten, Traditionsreichen Geschäften und gleich drei ! völlig verschiedenen, an die lange Geschichte erinnernde Denkmäler.

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Zu Ehren von Stadtbaumeister Friedrich Josef Ark

Der Stadtbaumeister Friedrich Josef Ark, 1807 – 23.02.1878, war der Nachfolger von Adam Franz Friedrich von Leydel nach dessen Tod 1839 in Aachen. Arks besondere Liebe galt der Denkmalpflege, insbesondere dem Erhalt von Bauwerken. Ihm ist es maßgeblich zu verdanken, dass das Aachener Rathaus in seiner jetzigen Form noch existent ist, genauso, wie das Marschiertor aus dem Mittelalter. Der Vinzenzbrunnen auf dem Münsterplatz aber war zu marode, um ihn zu erhalten. Als Stadtbaumeister fertigte er einen Entwurf in Form einer Domspitze im gotischen Stil. Zur Realisierung holte er sich den Steinmetz und Bildhauer Wilhelm Josef Wings,  20.02.18..  – 9.05.1879, der die Säule aus Heilbronner Sandstein fertigte. Für die Figuren waren zu dieser Zeit dann leider keine Gelder mehr verfügbar. Erst 1877, kurz vor dem Tode F. J. Arks, wurde der Vinzenzbrunnen zu Ehren Arks für seine langjährige Arbeit für die Stadt Aachen mit den von ihm 30 Jahre vorher vorgesehenen 4 Heiligenfiguren versehen. Der Bildhauer Gottfried Götting hatte sie erschaffen. Dieser Bildhauer verstarb mit nur 39 Jahren, hinterließ in Aachen aber ein monumentales Werk. Er ist der Künstler, der die 90 feingliedrigen Steinskulpturen, die meisten aus Kalkstein, wenige aus Sandstein, am Aachener Dom realisierte und ebenso die 12 Statuen in der Chorhalle.

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Vinzenzbrunnen – 4 Brunnenseiten – 4 Widmungen

Der Vinzenzbrunnen stellt folgende Personen dar:
– die Gottesmutter Maria als Schutzpatronin des Aachener Münsters
– den Bischof St. Foillan für die wenige Meter entfernt stehende gleichnamige Kirche
– den Erzengel Michael
– und den heiligen Vinzenz von Paul. Dieser lebte von 1581 – 1660 und gilt als der Schutzpatron für alle karitativen Institutionen, wie Waisenhäuser, Kranken- und Pflegeeinrichtungen. Schon der alte Brunnen war ihm gewidmet, stand doch hier im Schatten des Domes im 15. Jahrhundert ein Haus für pflegebedürftige und kranke Bewohner Aachens.
An der Stelle des damaligen Vinzenzhospitals steht heute das Gebäude der Sparkasse Aachen. Der Sockel der Säule ist mit dem Stadtwappen versehen. Mit Spendengeldern der Sparkasse Aachen wurde der durch den Krieg schwer beschädigte Vinzenzbrunnen 1951/53 wieder hergerichtet.

Quellen:
Ark Friedrich in: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 2, Leipzig 1908
Rudolf Dünnwald: Aachener Architektur im 19. Jahrhundert. Friedrich Ark Stadtbaumeister 1839–876. Aachener Beiträge für Baugeschichte und Heimatkunst, Band 6. Aachener Geschichtsverein, Aachen 1974.  Dissertation, RWTH Aachen, 1974.
Gottfried Götting in: Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker.Bd. 57, Saur, München 2008
Fey Zur Geschichte Aachener Maler des 19. Jahrhunderts, in: Aus Aachens Vorzeit, Bd. 10, 1897

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