Standort Herzogenrath – Pannesheide
erstellt 1939 / 40
Künstler  tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen
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Panzersperren am Wegesrand

Wer durch Herzogenrath fährt, oder in die nahe gelegene Eifel, dem fallen sicher wiederholt die Betonbarrieren auf, die sich quer über Wiesen hinweg ziehen. Das sind die Relikte des “Westwall” aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Die Planungen zur Expansion Deutschlands in die benachbarten Länder waren bei den Nationalsozialisten schon Jahre vor dem eigentlichen Kriegsbeginn im Jahre 1939 in vollem Gange. Zunächst war daran gedacht worden, sich während der Ausdehnung nach Osten zu den westlichen Ländern abzusichern. Aus diesem Grunde wurde 1936 mit dem Bau einer für Fahrzeuge, vor allem für Panzer, “unüberwindbaren Befestigungsanlage” begonnen. Der Bau des Westwalles dauerte bis zum Sommer 1940. Die eigentliche Planung reichte bis etwa 1948 bzw. später sogar 1952. Etwa 630 Kilometer entlang der Westgrenzen des deutschen Reiches von Kleve am Niederrhein bis Basel wurden Betonhindernisse als Panzersperren, so wie Bunker und weitere Kampfanlagen gebaut. Die Panzer – Höckerlinie selbst war gesamt etwa 160 – 170 Kilometer lang.

Kulturpartner Westwall – Panzersperren in Herzogenrath:

Ökologische Rückzugsgebiete für seltene Tiere und Pflanzen

Die meisten militärischen Anlagen und Bunker des Zweiten Weltkrieges sind heute verschwunden. Schnell sollte die Kriegsschmach vergessen werden und man benötigte auch den Platz für Stadtentwicklungen und den Straßenbau. Lediglich dort, wo die Land- und Forstwirtschaft auch heute noch vorrangig ist, blieben die Höckerlinien als Zeitzeugen erhalten. Oftmals sind die Zwischenräume der Betonhöcker mit Erdreich gefüllt, so dass sich scheinbar ein langer Erdwall über Wiesen, Felder und durch einige Wälder zieht.  Doch vielerorts, wie in dem Ortsteil Pannesheide, nahe der niederländischen Grenze zu Kerkrade sind die Höckerlinien des Westwall zumindest in Teilen zu sehen. Kühe weiden links, rechts und mitten in der Betonbefestigung. Nur der sehr teuren Entfernung dieser Betonbauten ist deren Vorhandensein noch zu verdanken. Denn in Nordrhein-Westfalen sind nur noch sehr wenige Kriegsbauwerke oder Befestigungen des Zweiten Weltkrieges erhalten. Insbesondere sind dies vor allem die Westwall-Höckerlinien. Heute haben diese für andere Nutzungen ungeeigneten Landflächen insbesondere für Flora und Fauna eine bedeutsame Rolle. In der Umgebung der Westwall-Anlagen haben besondere Tier- und Pflanzenarten einen geschützten Lebensraum für sich entdeckt. So wurde aus einem abschreckenden Betonwall ein Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Tiere.

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Sinn des WestwallIn verschiedenen Höhen wurden die Betonhindernisse zunächst in vier, dann erweitert auf fünf hintereinander liegende Reihen gebaut. Kein Panzer sollte diese Sperren durchbrechen können. Zur Abschreckung der Kriegsgegner bezeichnete man die Beton-Höcker auch als “Drachenzähne – Dragonteeth”. Adolf Hitler kam am Vormittag des 14. Mai 1939 eigens zur Besichtung des Baufortschrittes nach Herzogenrath. Nach Beendigung seiner mehrtägigen Inspektionsreise ließ er folgendes verlauten:

“Soldaten und Arbeiter der Westfront! Die Besichtigung des Westwalls hat mich von seiner Unbezwingbarkeit überzeugt. Mit mir dankt das deutsche Volk allen, die durch bedingungslosen Einsatz in kürzester Zeit die Grundlage für Deutschlands Sicherheit in Beton und Stahl geschaffen haben.”

Und auch bei einer Rede in Nürnberg hielt Adolf Hitler den Westwall als

“Gigantischstes Befestigungswerk aller Zeiten”!

Doch die Geschichte hat gezeigt, dass diese Befestigungsanlage im Krieg kaum eine Rolle gespielt hat. Die Gesamtkosten für den Westwall, der auch “Siegfried-Linie” genannt wurde, und seine Bunkeranlagen beliefen sich auf ca. 3,5 Milliarden Reichsmark. Zehntausende Soldaten starben in den Anlagen.

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