Standort Grindelstraße – Heidestraße, Würselen – Bardenberg
erstellt: 1998, gegossen im Bronzeatelier Klaus Gehlen
Künstler: Gerhard Hensen
Kultur-Partner:  

Jeel Puete – Spitzname der Bardenberger

Um den besonderen Spitznamen der Bewohner von Bardenberg „Jeel Puete“, das bedeutet „Gelb-Füße“, ranken sich mehrere Geschichten. Mit dem Denkmal in der Grindelstraße haben sich die Initiatoren auf die wohl wahrscheinlichste, aber auch lustigste überlieferte Erzählung festgelegt. Dort steht seit September 1998 eine Bronzeplastik des Bildhauers Gerhard Hensen, geb. 1960, und des Bronzegießers Klaus Gehlen. Sie zeigt einen mürrisch dreinschauenden Mann, wie er mit seinen nackten Füßen in eine große Schale hineintritt und etwas zerstampft.

Kulturpartner Jeel Puete in Bardenberg:

Das späte Mittelalter

Zur Zeit des Mittelalters schützten viele Fürsten und Könige ihren Herrschaftsbereich durch Grenzbefestigungen und vor allem Grenzposten. Diese waren insbesondere dazu angehalten, Gesindel möglichst aus dem eigenen Reich fern zu halten, aber auch Zölle zu kassieren, wenn Kaufleute aus anderen Gebieten mit Waren einreisen wollten.

So trug es sich wohl zu, dass der damalige Grenzverlauf zwischen dem Aachener Gebiet und dem Reich der Jülicher Fürsten in Bardenberg entlang der heutigen Grindelstraße verlief. Ein Grenzwall trennte die Herrschaftsgebiete. Ein Grenzdurchgang befand sich wohl an der Grindelstraße – Heidestraße. Das Wort Grindel bedeutet so viel wie Zollschranke. Hier wurde dann auch von den Einreisenden, waren es Händler, die Ware mit sich führten, der entsprechende Zollzins verlangt. So wollte an einem Tag ein sehr armer Bauer den Durchgang passieren. Er führte einen Korb mit frischen Hühnereiern mit sich. Hierfür wollte der Zöllner nun den Zoll kassieren. Doch der Bauer hatte kein Geld. Er hätte erst einmal seine Eier verkaufen müssen. Doch der Zöllner zeigte sich unnachgiebig: Ohne Geld kein Durchlass!

Nun stand der Bauer da. Sollte er die Eier wieder mitnehmen? Seine Wut auf den Zöllner war aber größer, als seine Vernunft! Vor den Augen des verdutzten Zöllners stellte er den Korb mit den Eiern auf den Boden und zerstampfte diese mit seinen nackten Füßen zu einer gelben Masse. Mit derart Ei verklebten gelben Füßen ging der Bauer schließlich seines Weges. Der lustige Spitzname „Jeel Puete“ blieb den Bardenbergern bis heute an den Füßen kleben.

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Varianten der „Jeel Puete“ Legende

Ein alter Maibrauch! Die Maijungen beschenken ihre Auserwählte mit einer Anzahl von Eiern, nachdem sie vorher ihr Lied für die Angebetete gesungen hatten. Je mehr Eier gegeben wurden, um so größer die Sympathie zu dem Mädchen. Natürlich gingen die Bardenberger Maijungen auch zu den Mädchen in die Nachbarorte. Dort wurden einige von Ihnen aber von den dortigen jungen Männern abgefangen, um deren Eier azu steheln. Dies verhinderten die Bardenberger, indem sie die Eier lieber zertraten, als sie sich abnehmen zu lassen.

Gelbe Füße gab es auch, wenn der gelbliche Ton, der zur Ziegelherstellung gebraucht wurde, von den Arbeitern zunächst mühselig geknetet werden musste. Dies geschah, indem sie barfüßig auf dem Ton herumstampften. Viele Bardenberger arbeiteten damals in solchen Ziegeleien.

Der Bardenberger Heimatverein hat sich mit diesem Denkmal für die Legende des wütenden Bauern entschieden, der seine Eier lieber zertrat, als den fälligen Zoll zu entrichten.

Die Bildhauer Gerhard Hensen und Klaus Gehlen zeichnen verantwortlich für die Umsetzung dieser wunderbaren Bronze. Weitere Arbeiten dieser Künstler stehen u.a. in Simmerath und Monschau.

Quelle u.a.:  www.heimatverein-bardenberg.de

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