Standort  Friedrichstraße – Ziegelstraße, Berlin – Mitte – Spandau
erstellt 1986 /87
Künstler Reinhard Jacob  –  Bildhauer
Kultur-Partner

Claire Waldoff – die freche Göre von Berlin

Eine Büste in Andenken an die Varieté – Künstlerin Claire Waldoff steht vor dem Theater, in dem sie berühmt geworden ist, dem Varieté des heutigen Friedrichstadtpalastes. Einer ihrer bekanntesten frechen Songs ist: “ Wer schmeißt denn da mit Lehm.“ Claire Waldoff wurde nach ersten kleinen Auftritten und Schauspielversuchen fast über nacht ein Star in Berlin, als sie ins Genre des Kabarett wechselte. Dort interpretierte sie Lieder anderer Autoren im Berliner Gassenhauer-Jargon. Dabei war Claire Waldoff eine gebürtige Gelsenkirchenerin aus einer Familie mit wohl 16 Kindern. dies hatte auch verhindert, dass Claire Waldoff studieren konnte. So tingelte sie durch Deutschland und landete schließlich 1906 in Berlin, wo ihre steile Karriere der 20er Jahre begann.

Kultur-Partner  –  Claire Waldoff – Denkmalplatz Berlin – Mitte

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Claire Waldoff – Lesbische Emanzipation

In Berlin lernte die Künstlerin ihre Lebensgefährtin Olga von Roeder kennen, mit der Claire Waldoff bis zu ihrem Tod zusammenlebte. Beide gehörten in den 20er Jahren bis zum Beginn der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zum schillernden Nacht- und Künstlerleben der Berliner. Ihre schnodderigen Berliner Lieder kamen an. Auf jeder wichtigen Bühne in Berlin war die bekennende Lesbe präsent. Zahlreiche Schallplatten nahm Claire Waldoff während dieser Zeit auf. Die meisten Texte und Kompositionen waren allerdings von anderen Autoren. So schrieb auch ihr Freund Kurt Tucholsky unter einem Pseudonym einige Liedtexte. Für ihren heute noch bekanntesten Song „Wer schmeißt denn da mit Lehm“ hat sie aber den Text weitgehend selber verfasst.

Claire Waldoff vor dem Friedrichstadtpalast Berlin

Das Ruhrpottmädel

Geboren wurde Claire Waldoff in Gelsenkirchen am 21. Oktober 1884. Sie war wohl das elfte von  sechzehn Kindern. Entsprechend arm war die Bergmannsfamilie. Ihr richtiger Name war Clara Wortmann. Claire Waldoff ist sicherlich eine der wichtigsten Vorreiterinnen der heutigen Comedy von Frauen. Sie kokettierte mit ihrem teilweise männlichen outfit und ihren feuerroten Haaren. Nur in einem Hosenanzug durfte sie damals nicht auftreten. Schnell hatte die junge Künstlerin die Sprache der Gosse in Berlin für sich gefunden und sang fortan nur noch in einem schmutzigen Berlinerisch. Die Nationalsozialisten und der Krieg beendeten ihre Karriere. Claire Waldoff erhielt nach dem Krieg nur eine kleine „Ehrenrente“ durch die Stadt Berlin und starb verarmt am 22. Januar 1957 in Bad Reichenhall.

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Ehrung für die Künstlerin

1987 wurde vor dem Friedrichstadtpalast die Büste zu Ehren von Claire Waldoff aufgestellt. Der Thüringer Bildhauer Reinhard Jacob gestaltete die Büste der Künstlerin. Jacob ist auch mit weiteren Kunstwerken in Berlin vertreten. Für Claire Waldoff ist dies aber nicht die einzige Ehrung in ihrer Wahlheimat, auch eine Straße und eine Promenade sind in Berlin nach ihr benannt. Weitere Erinnerungsorte an die Varieré-Künstlerin gibt es der Geburtsstadt Gelsenkirchen, in Stuttgart und in Mainz. Hier noch zwei weitere Songs: „Hermann heest a..“ und „Wegen Emil seine unanständige Lust“

Weitere Informationen zur Künstlerin

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