Standort Obenmarspforten / Farina-Innenhof, Köln-Altstadt-Nord
erstellt 1987
Künstler Anneliese Langenbach –  Bildhauerin, Keramikerin
Kultur-Partner

Frauen im Wandel der Zeit

Der Frauenbrunnen im Innenhof des Farina-Hauses unweit des alten Kölner Rathauses ist ein Ort der Ruhe und Entspannung und wirkt wie ein Garten. Zwischen vielen Pflanzen steht eine bunte Säule, deren Farben allerdings schon etwas blass geworden sind. Beim näheren Hinsehen erkannt man schließlich Frauen in den unterschiedlichsten Gewändern. Jede dieser Frauen entstammt einer anderen Zeit, ist entsprechend gekleidet. Die Bildhauerin Anneliese Langenbach, 9. Febr. 1926  bis  8. Dez. 2008, schuf diese bunte Skulpturensäule. Die Künstlerin hat sich das Thema Bekleidung der Frau ausgesucht und hier dargestellt. Ihre Fragestellung lautete: Was trugen die Frauen seit der Zeit der Ubier, vor über 2000 Jahren, bis in die heutige Zeit? Nun stehen diese Frauen nebeneinander. Kölner Stadtgeschichte einmal ganz anders.

Kultur-Partner „Frauenbrunnen in Köln“

Ubierin, CCAA, Jüdin, Italienerin

Die erste der zehn Frauen ist eine Ubierin, einem germanischen Völkerstamm, der noch vor den Römern hier am Rhein siedelten. Neben ihr steht dann natürlich die Römerin der CCAA, Colonia Claudia Ara Agrippinensium, der römischen Siedlung aus der die Stadt Köln hervorgeht. Die Christianisierung Kölns ist in der Zeit des Frankenkönigs und späteren Kaisers Karl der Große. Hierfür steht eine weitere Frau, gefolgt von der „heiligen Ursula“, die als Jungfrau, so besagt die Legende, mit etwa 11.000 Jungfrauen ermordet worden sein soll. Allerdings gibt es keinen wirklichen Beweis dieser Geschichte, die sich aber wenn, dann anscheinend im 4. Jahrhundert abgespielt hat. Und vielleicht wurden bei der Rückkehr von einer Wallfahrt auch nur 11 statt der 11.000 Jungfrauen von den Hunnen, die Köln belagerten, getötet. Die nächste Frau scheint ein ganz normales bürgerliches Weib gegen Ende des 14. Jahrhunderts zu sein. Die Jüdin kann auf die Zeit um 1420 datiert werden, da 1424 die Juden aus Köln vertrieben wurden. Neben ihr steht eine Niederländerin, die etwa 1600 mit vielen Protestanten in das konfessionsoffene Köln kamen. Schließlich wird eine Frau aus dem 18./19. Jahrhundert dargestellt, als der italienische Parfumeur Johann Maria Farina sich hier niederließ und das „Kölnisch Wasser“ erstmals herstellte. Sehr preußisch gekleidet waren die Frauen noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Eine zeitgenössisch gekleidete Frau schließt den Kreis der Rundreise durch 2.000 Jahre weiblicher Mode in Köln. Ein interessanter, viel zu wenig beachteter Denkmalplatz in einem idyllischen Ambiente, insbesondere, wenn im Frühling und Sommer die vielen Pflanzen blühen.

Wandern Sie hier von Denkmalplatz zu Denkmalplatz in Köln – Zentrum

Keramikkunst

Die Bildhauerin Anneliese Langenbach war vor allem eine hervorragende Keramikerin. Der Frauenbrunnen wurde daher von ihr auch in der Technik der Keramikkunst gestaltet. Das Bildhauerhandwerk wurde der Anneliese Langenbach in die Wiege gelegt, da sie in einer Steinmetzfamilie aufwuchs. Sie studierte unmittelbar nach dem Krieg an der Düsseldorfer Kunstakademie und hatte als Mitschüler u.a. den späteren Schriftsteller Günter Grass und den Krefelder Maler Herbert Zangs. Mit dem Kölner Karneval war die Künstlerin lange verbunden, da sie mehrfach Auftragsarbeiten zur Gestaltung von Rosenmontagswagen ausführte. Damit verdiente sie sich das Geld für Studienreisen und ihre freien Arbeiten. Die archaisch anmutenden Figuren wurden zum Markenzeichen von Anneliese Langenbach. Weitere Arbeiten stehen in Krefeld, Kempen und Grevenbroich.

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