Standort  Lütticher Strasse | Hüls, Wilmersdorfer Strasse | Waldfriedhof, Monschauer Strasse | Haaren, Haarberg | Kornelimünster, Schildchenweg | Eilendorf, von-Coels-Straße  in  Aachen
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6 jüdische Friedhöfe sind Zeugen einer langen jüdischen Tradition

Der jüdische Friedhof Lütticher Straße, eröffnet ca. 1822 oder 1828 und später erweitert auf eine Größe von ca. 8.000 m², existiert bis heute . Der älteste Grabstein hat die Jahreszahl 1829. Dieser Friedhof wird auch heute noch für Bestattungen genutzt und ist nicht gefeit vor antisemitischen Übergriffen. 2010 war die Friedhofsmauer mit Nazi-Symbolen beschmiert worden.

Der jüdische Friedhof Hüls liegt an der Wilmersdorfer Straße, neben dem dortigen städtischen Friedhof mit Krematorium. Er ist ein eigener abgegrenzter neuer Friedhof und wurde erst am 19. November 2007 (? Datum müsste geklärt werden) eingeweiht. Die erste Beisetzung fand aber schon am 7. Februar 2007 statt.

Der historische jüdische Friedhof an der Monschauer Straße ist Teil des Ehrenfriedhofs innerhalb des Waldfriedhofs. Dieser Bereich des Friedhofes wird nicht mehr belegt. Die Fläche der jüdischen Gräber befindet sich auf einer ca. 150 cm hohen Erhebung mit gesamt noch 16 Grabsteinen, jüdisch „Mazewot“ genannt. Die jüdische Bestattungsfläche ist nur ca. 15 m² groß. Nur auf zwei Steinen ist der Davidstern erkennbar. Ansonsten hat die Witterung die Grabsteine unleserlich gemacht. Die Belegung dieser Fläche fand ca. 1914 – 1918 statt. Die Grabfläche ist nur sehr schwer innerhalb des Friedhofgeländes zu finden.

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Ein vierter jüdischer Friedhof befindet sich mit lediglich 5 Grabsteinen in Aachen – Haaren am dortigen Haarberg. Der Friedhof bestand seit 1838, eine andere Angabe besagt seit 1879, und war 1938 zerstört worden. Die damals ca. 70 Grabsteine wurden wohl als Baumaterial verwendet. 1997 wurden 4 Grabsteine und eine Vielzahl von Bruchstücken wiedergefunden. Sie wurden zu einer Gedenkwand zusammengefügt. Dieser Friedhof ist laut der Stadt Aachen eine „erhaltenswürdige Gedenkstätte“.

Der Jüdische Friedhof Kornelimünster liegt im Aachener Stadtteil Kornelimünster am Schildchenweg. Dieser ca. 600 m² große Friedhof wurde ca. 100 Jahre, von ca. 1835 bis ca. 1935 genutzt. Kornelimünster hatte aber schon im 17. Jahrhundert eine kleine jüdische Gemeinde. Die letzte Beerdigung fand wohl im Jahre 1935 statt. 23 Mazewot, jüdische Grabsteine, sind heute vorhanden. Diese Grabsteine werden frühestens 1 Jahr nach der Beisetzung auf das Grab gestellt und enthüllt. Auch dieser Friedhof ist laut der Stadt Aachen eine „erhaltenswerte Gedenkstätte.“

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Auch der jüdische Friedhof in Eilendorf an der von-Coels-Straße ist eine erhaltenswerte Gedenkstätte. Wann dieser Friedhof eröffnet wurde, ist nicht genau bekannt. Die dort stehenden 14 Mazewot sind vorwiegend verwittert und die Gravuren nicht mehr zu lesen. Einige Steine haben hebräische Inschriften, andere sind in deutsch oder zweisprachig, was nicht unüblich war. Ein Doppelgrabstein bezeugt die Beerdigungsdaten von Aaron und Sophie Salmang in den Jahren 1860 und 1861. Weiterhin ist dort eine Gedenkplatte mit folgender Inschrift: „Zum Andenken an Henriette Weisbecker geb. Katz geb. in Eilendorf 29.12.1893 deportiert nach Theresienstadt 25.7.1942“

Anmerkung des Autors:
Nach einer „erhaltenswerten Gedenkstätte Aachens“ sieht dieser jüdische Friedhof leider nicht aus, da er in einem eher ungepflegten Zustand ist. Auch ist er nur schwerlich am Stadtrand Aachen-Eilendorfs in der Nähe von „Bayerhaus“ zu finden. Es gibt dort keinerlei Hinweise auf die Existenz dieser Gedenkstätte.
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