Standort Tiergarten, Berlin – Mitte
erstellt 2008
Künstler / Architekten Künstlerduo Elmgreen und Dragset – Projekt-Performance, Architektur, Design

Mahnmal für verfolgte Lesben und Schwulen

Es dauerte 63 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, bis ein Denkmal an die Verfolgung der Lesben und Schwulen in der Zeit des Nationalsozialismus errichtet wurde. Dieses Denkmal steht im Berliner Tiergarten unweit des Holocaust – Denkmales und des Berliner Tores.

Historisch ist zwar die Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizäcker schon im Jahre 1985. Hier gedachte erstmals ein deutsches Staatsoberhaupt auch den verfolgten und ausgegrenzten Minderheiten, wie Lesben und Schwulen. Doch dauerte es weitere 18 Jahre bis der Deutsche Bundestag sich zu einem Denkmal im öffentlichen Raum entschliessen konnte, weitere 4 1/2 Jahre bis das Homosexuellen-Denkmal schließlich in Berlin – Tiergarten eingeweiht werden konnte.

Kultur-Partner  –  Lesben und Schwulen Denkmal in Berlin – Mitte

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NS – Opfer und der Lesben und Schwulen Verband

Sowohl der Lesben und Schwulen Verband, LSVD, wie auch die Initiative der homosexuellen NS-Opfer setzten sich für ein Denkmal und die damit verbundene öffentliche Diskussion ihrer sexuellen Lebensweise ein. Erst im wieder vereinten Deutschland wurde der damalige § 175 Strafgesetzbuch, StGB, der gleichgeschlechtliche Handlungen unter Strafe gestellt hatte, im Jahre 1994 ersatzlos aus dem StGB gestrichen.

Der § 175 existierte seit 1872 im Deutschen Reich und war von den Nationalsozialisten noch verschärft worden, wobei hier die männlichen Homosexuellen, die Schwulen, weitaus restriktiver verfolgt wurden, als die Lesben.

Die aufgeklärten Franzosen:    In Frankreich war Homosexualität schon seit dem Jahre 1791 nicht mehr strafbar! Die Straffreiheit galt auch während der französischen Besetzung des Rheinlandes, wurde aber nach den Befreiungskriegen von den Fürsten des Deutschen Bundes, insbesondere der Preußen, wieder geändert.

Lesben und Schwulen Denkmal im Tierpark Berlin

Ausschreibung zum Lesben und Schwulen – Denkmal

Das Land Berlin führte 2006 einen Wettbewerb zur Umsetzung eines Denkmales durch und bekam insgesamt 17 Vorschläge eingereicht. Den ersten Platz holte sich das Künstlerduo Michael Elmgreen, Däne und Ingar Dragset, Norweger. Beide lebten zu dieser Zeit in Berlin.

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Denkmal des Anstoßes

Im Jahre 2008 wurde das Lesben und Schwulen Denkmal am Rande des Tierpark in Berlin eingeweiht. Kurze Zeit später war es erstmals beschädigt worden. Weitere Attacken folgten in kurzen Abständen! Dieses Denkmal ist seither immer wieder ein Stein des Anstoßes.

Der etwas abgewinkelt stehende geschlossene Kubus des Homosexuellen Denkmales hat im Vorrfeld vielerlei Diskussionen ausgelöst. Über eine Öffnung an der Stirnseite kann immer ein Betrachter einen Film, bzw Bilder sehen, die in einer Endlosschleife laufen. Hier wurden zunächst nur Bildmotive von Männern gezeigt, da diese inhaftiert wurden und auch in Lagern umkamen. Schließlich wurde entschieden, dass alle zwei Jahre die Bilder gewechselt werden und dann auch Motive von homosexuellen Frauen gezeigt werden. Die Diskussion wird weiter gehen.

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