Standort Kennedy Ufer, Messegelände – Messeturm, Köln-Deutz
erstellt 1993
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Sinti und Roma Mahnmal am Messeturm

Am Kennedyufer vor den Messehallen in Köln Deutz, zwischen der Hohenzollernbrücke und den Rheinterrassen befindet sich das Sinti und Roma Mahnmal. Es wirkt eher unauffällig als kleine Mauer, die aus der Ferne keinen Sinn macht. Das Mauerstück ist der Architektur der alten Messehallen nachempfunden. Auf der dem Rhein zugewandten Seite befindet sich links eine Metalltafel. Hieraus ist zu entnehmen, dass die Messehallen während der Zeit der Nationalsozialisten von 1939 – 1945 ein zentraler Ort der damaligen Gewaltherrschaft waren.

Kultur-Partner „Sinti und Roma Mahnmal – Denkmalplatz rechtsrheinisches Köln“

Information zum Sinti und Roma Mahnmal

Auf der Metalltafel steht folgender Text
» MESSEGEBÄUDE, MESSEGELÄNDE und der anschließende Bereich bis hin zum Tanzbrunnen waren während des Zweiten Weltkrieges ein zentraler Ort der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Köln
Hier befand sich eine Reihe von Lagern: ein Außenlager des KZ – Buchenwald, Lager für Kriegsgefangene sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, ein Sonderlager der Gestapo für deutsche und ausländische Häftlinge
Von hier aus gingen die Transporte in die Konzentrationslager ab und 1940 wurden Sinti und Roma sowie zwischen 1941 und 1944 Juden deportiert
Hunderte kamen in den Lagern und bei Arbeitseinsätzen ums Leben
TAUSENDE – MÄNNER, FRAUEN UND KINDER – WURDEN VON HIER AUS IN DEN TOD GESCHICKT⋅ «

Sinti und Roma Mahnmal – Messeturm Deutz

Konrad Adenauer als Häftling der Gestapo

Häftlinge der Gestapo waren ebenfalls in einem Bereich der Messehallen eingesperrt. Hierzu gab es ein Barackenlager. Es diente der Polizei und der Gestapo als Gefängnis. Einer der bekanntesten Häftlinge war wohl Konrad Adenauer, Oberbürgermeister von Köln und nach dem Krieg erster Deutscher Bundeskanzler. Adenauer war es, der den Bau der Messehallen forciert hatte.

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Zwangsarbeiterlager, Haftanstalt und Zwischenstation für Deportationen

Erst wurden die Messehallen in Köln – Deutz nur teilweise von den nationalsozialisten für Zwangsarbeiter genutzt. Ab 1942, nach den ersten Bombenangriffen auf Köln, benötigte das Regime zur Unterbringung von Gefangenen und Zwangsarbeitern das gesamte alte Messegelände bis hin zum Tanzbrunnen.

Mai 1940 diente die Messe den Nazis als Sammelpunkt aller Siti und Roma von Koblenz bis Düsseldorf, Wuppertal und natürlich aus dem Raum Köln bis Aachen und Geilenkirchen. Etwa 1.000 Sinti und Roma wurden hier versammelt, um sie dann vorwiegend als Zwnagsarbeiter nach Polen zu deportieren. Wieviele von ihnen dort gestorben sind? Die Zahl von ca 60 % ist eine Schätzung und kann  deutlich höher liegen.

Aussenlager Buchenwald

Nicht nur Sinti und Roma wurden in den Messehallen inhaftiert. Auch aus dem KZ Buchenwald befanden sich bis 1945 wohl mehrere Tausend Häftlinge in Deutz. Sie wurden als Arbeiter in Baubrigaden eingesetzt insbesondere zur Beseitigung von Bomben und zu Instandsetzungsarbeiten nach Luftangriffen.

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