Standort Großer Grasbrook, Osakaallee, HafenCity, 20457 Hamburg
erstellt  1.08.1982
Künstler  Hansjörg Wagner  – Bildhauer, Grafiker, Zeichner
Kultur-Partner

Wer war Claas Störtebeker?

Zahlreiche Bücher, Geschichten und Filme erzählen die Geschichte des Seeräubers Claas Störtebeker. Es soll im zweiten Jahr des 15. Jahrhunderts gewesen sein, einem kühlen 20. Oktober, als das Leben des gefürchteten Piraten und seiner Besatzung durch das Fallbeil eines Henkers in der heutigen Hafencity Hamburgs ein Ende fand. Bei der öffentlichen Hinrichtung war alles zugegen, was irgendwie laufen konnte. Störtebeker war eine Berühmtheit zu Lebzeiten. Ab diesem Tag aber wurden die Geschichten des Freibeuters der Meere von Generation zu Generation weitergegeben. Wahrheit wurde vermischt mit Fiktion. Wahr ist, dass Claas Störtebeker den hanseatischen Kaufleuten jahrelang die Seefracht abjagte. Er und seine Matrosen lebten vom Raub. Die Beute wurde in gleichen Teilen unter ihnen verteilt. Aber sie gaben auch immer den Armen in der Stadt von ihrer Beute ab. Störtebeker war der Robin Hood der Meere. So genossen er und seine Männer bei der Unterschicht in Hamburgs weitläufigem Elbegebiet großes Ansehen. Und nur so ist es wohl erklärbar, dass dieser Pirat über Jahre von der guten hanseatischen Seeflotte nicht gestellt werden konnte.

Kultur-Partner „Störtebeker – Denkmal in Hamburg“

Die Hinrichtung Störtebekers

Während des 14. Jahrhunderts befuhren zahlreiche Seeräuber die Meere. Vor allem im Einzugsbereich der Hansestädte trieben sie ihr Unwesen. Legendär war die Rote Flagge, unter der Claas Störtebeker segelte. Vor ihm hatten alle Kaufleute und Kapitäne Ehrfurcht und Angst. Alles wurde versucht, seiner habhaft zu werden. Schließlich gelang es einer großen und gut bewaffneten Hamburg-Flotte in der Nordsee bei Helgoland, Störtebekers Schiff zum entscheidenden Gefecht zu stellen. War sein Aufenthalt gegen Goldzahlungen verraten worden? Vieles spricht dafür. Ca. 70 Seeräuber wurden mit ihrem Anführer gefasst. Selbst bei der Hinrichtung kämpfte Störtebeker noch für seine Männer. Eine Legende erzählt, dass er den Wunsch hatte, als erster geköpft zu werden. Wenn er dann noch in der Lage sei, kopflos an seinen Männern vorbeizugehen, dann sollten diese ihre Freiheit erhalten. Und so geschah es dann auch. Störtebeker ging enthauptet an vielen vorbei bis er tot zu Boden stürzte. Der Scharfrichter und Hamburgs Stadtoberhaupt kannten aber keine Gnade mit den Seeräubern. Alle 70 wurden enthauptet.

Störtebeker-Denkmal in Hamburg

Claas Störtebeker in Bronze

In der Geschichte kommt es nicht oft vor, dass einem Verbrecher ein Denkmal gesetzt wird. Doch Störtebeker ist zu legendär, als dass die geschäftstüchtigen Hamburger ihn einfach unbeachtet lassen konnten. Oder ist da auch ein quentschen Ehrfurcht vor diesem unerschrockenen Freibeuter? Alte hanseatische Familien kennen sicherlich noch die Geschichten ihrer Ur-Ur-Ur-Großväter über diesen Seeräuber. Das verbindet.
1982 wurde das Störtebeker – Denkmal zunächst am Brooktor aufgestellt. Im Zuge der Baumaßnahmen zur HafenCity erhielt der Pirat einen neuen Denkmalplatz auf dem Grossen Grasbrook. Das ist der historische Ort, an dem die Hinrichtungen stattfanden. Ein wenig kribbelt es schon, zu wissen, dass hier ca. 70 Köpfe über den Boden rollten.

Wandern Sie hier von Denkmalplatz zu Denkmalplatz in Hamburg Mitte

Bildhauer Hansjörg Werner

Am 1. August 1982, genau 520 Jahre nach Störtebekers Tod wurde die Bronzeskulptur aufgestellt. Störtebeker ist seitdem eine touristische Sehenswürdigkeit. Der Sockel ist mit folgenden Worten durch den Künstler beschriftet worden: „Claas Störtebeker Godeke Michels – 1401 Gottes Freund, der Welt Feind“.
Die Darstellung des Piraten zeigt einen aufrechten Mann mit klarem entschlossenen Blick. Er ist nackt, die Hände nach vorne gefesselt. So wartet er auf seine Enthauptung.
Hansjörg Werner ist gebürtiger Berliner. In Hamburg hat der Bildhauer 1986 die Zitronenjette und 1993 einen weiteren Denkmalplatz am Dammtorwall mit der ca. 240 cm hohen Skulptur des Sir William Lindley gestaltet. Doch die Vorliebe des Bildhauers sind nicht die Menschen, sondern die Tiere. Ob Eisbären, Stier, Pfauen, Gänse oder Wildschweine, Hansjörg Werner hat sich einen skulpturalen Zoo geschaffen.

Quellen: http://www.hamburgs-geschichte.de
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