Standort Willy-Brandt-Straße, Bundeskanzleramt, Berlin – Mitte
erstellt 1998 – 2000
Künstler Eduardo Chillida  –  Bildhauer
Kultur-Partner

Wiedervereinigung am Bundeskanzleramt

Das Bundeskanzleramt in Berlin ist sicherlich kein Denkmalplatz im üblichen Sinne. Doch bei genauer Betrachtungsweise sollte diese Institution, die ja für alle Bürger Deutschlands vorhanden ist, eine ganz besonderer Denkmalplatz sein. Hier sitzt die Zentrale der Macht, residiert das wichtigste Entscheidungsorgan der Bundesrepublik Deutschland, die Kanzlerin oder der Kanzler.

Nach der Wiedervereinigung der beiden getrennten deutschen Staaten 1989 / 1990 war der Umzug von Bonn nach Berlin als Bundeshauptstadt schnell beschlossene Sache. Gegenüber dem alten Reichstagsgebäude und heutigem Parlamentssitz wird das neue Bundeskanzleramt gebaut. Vor dem modernen in weiß gehaltenen Korpus aus Säulen und viel Glas befindet sich ein repräsentativer Platz, der mit einer rostbraunen Großplastik versehen ist.

Kultur-Partner  –  Kunst am Bundeskanzleramt – Denkmalplatz Berlin – Mitte

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Kunst zur Wiedervereinigung

Während das Bundeskanzleramt noch im Bau befindlich ist arbeitet der baskische Künstler Eduardo Chillida an einer Großplastik, die von privaten Kunstsammlern aus München in Auftrag gegeben und auch bezahlt worden ist. Als Schenkung geht das Werk Chillidas an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und von dort als Dauerleihgabe an das Bundeskanzleramt. Im Oktober 2000 wird die viele Tonnen schwere Stahlskulptur vor dem Bundeskanzleramt in Anwesenheit des Bundeskanzlers Gerhard Schröder enthüllt. Es ist wohl die letzte Arbeit in dieser Größe des damals 76-jährigen Künstlers. Der Enthüllung kann er wegen Erkrankung schon nicht mehr beiwohnen.

Bundeskanzleramt mit Plastik von Eduardo Chillida

Stahlform voller Dynamik

Zwei scheinbar schwebende geschwungene Stahlelemente greifen hier ineinander. Wie Hände oder Finger berühren sie sich aber nicht. Trotz der großen Nähe besteht hier auch die Distanz. Jeder steht für sich alleine, sucht aber den Kontakt zum Anderen. Ein starkes Symbol der Wiedervereinigung. Zwei gleichberechtigte Partner reichen die Hand. Würde sich einer auf den anderen Stützen oder diesen dominieren, hätte dies keinen Bestand. So würde auch das Kunstwerk Eduardo Chillidas vor dem Bundeskanzleramt den Halt verlieren.

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Eduardo Chillida

Der Künstler und Bildhauer Eduardo Chillida ist einer der bedeutendsten Vertreter zeitgenössischer Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine Großplastiken, wie hier vor dem Bundeskanzleramt, aus wuchtigen Stahlformen haben immer eine Leichtigkeit und leben von den geschwungenen Formen und der Durchlässigkeit seiner Bildobjekte. Eduardo Chillida, der 1924 in San Sebastian geboren wurde, starb knapp zwei Jahre nach der Einweihung seiner Skulptur vor dem Bundeskanzleramt zur Wiedervereinigung Deutschlands in seiner baskischen Heimatstadt. Mit dieser Plastik um „Nähe und Distanz“ hat sich der Künstler selbst noch ein bleibendes Denkmal in der Bundeshauptstadt Berlin gesetzt.

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