Standort Zentrum – Bahnhof  /  Herzogenrath
erstellt 9. Sept. 1962     /   2003
Künstler Kurt-Wolf von Borries – Bildhauer   /   Robert Simon – Bildhauer    /    Peter Esser
Kultur-Partner

Diebstahl der Moses – Statue

Die Herzogenrather sind traurig und wütend, da ihr „Moses“ von Metalldieben 2014 entwendet wurde. Moses ist nicht das erste Metall – Kunstwerk, das über Nacht verschwindet. Auch in Aachen wurde am Elsaßplatz eine Bronzeskulptur des Bildhauers Benno Werth entwendet. Weiter Informationen über den Diebstahl des Moses hier unter Kultur – News.

Nacfolgend die Geschichte des Moses von Herzogenrath!

Moses und die Weltausstellung in Paris

Die heutige Statue des „Moses“ ist dem Herzogenrather Nadelfabrikanten Ferdinand Bernhard Schmetz zu verdanken. Er beauftragte den Künstler Kurt Wolff von Borries 26. Febr. 1928 gest. 24. März 1985 , Bildhauer und Grafiker, mit der Gestaltung einer „Moses“-Bronzestatue für den Standort am Bahnhofsvorplatz und schenkte diese Skulptur den Bürgern der Stadt Herzogenrath. Sie wurde am 8./9. September 1962 enthüllt.
Die Geschichte des Moses und Herzogenrath geht auf das Jahr 1856 zurück. Der Inhaber der Nivelsteiner Sandwerke und Silbersandsteinbrüche im Stadtgebiet, Paul Dunkel, ließ einen ersten Moses aus Silbersandstein von einem Künstler Namens Wings erstellen. Diese Statue hatte eine Höhe von 3,80 m und wog ca. 7,5 Tonnen. Mit dem Zug wurde sie zur Pariser Weltausstellung transportiert, begeisterte das internationale Publikum und warb damit sehr erfolgreich für die Sandwerke des Eigentümers und die Baumöglichkeiten, die sich mit diesem Material ergaben.
Die Sandsteine wurden unter anderem beim Bau des Ponttor in Aachen, am Aachener Dom, der Kathedrale von Utrecht, wie den Kirchen St. Benno in Hofstadt und St. Willibrord in Alt-Merkstein, beides Stadtteile von Herzogenrath, verwendet.
Einzig, der Moses selber fand während der Weltausstellung keinen Käufer. So wurde er am Ende mit der Bahn wieder nach Herzogenrath transportiert. Doch wohin mit dieser riesigen Moses Statue? So kam Moses neben dem Bahnhof zu stehen, provisorisch auf einem Holzsockel. Und an diesem Platz blieb er dann bis 1934. Zwischenzeitlich war sein Holzsockel verfault und der Koloss nach vorne gestürzt, hatte sich die Nase abgeschlagen. Mittlerweile liebten die Bewohner Herzogenraths „Ihren“ Moses, war er doch sogar im Baedeker Reiseführer als Sehenswürdigkeit verzeichnet. Im Jahre 1934 wurde der riesige Sandsteinblock, ein Opfer des aufkeimenden Nationalsozialismus, da Moses ein Jude, ein Israelit war. Lediglich der Sockel blieb erhalten.

Kulturpartner Moses in Herzogenrath:

Das ehemalige Moses – Denkmal

Am 9. September 1962 erhielten die Bürger der Roda-Stadt einen neuen Moses. Die „Moses-Wiederkehr“ wurde gefeiert. Allerdings ist diese Bronzestatue nicht unumstritten, hatte sie doch so gar keine Ähnlichkeit mit dem alten Moses. Der Neue nur noch 160 cm große Mann blickt etwas finster drein, seine Haare stehen wie kleine Stierhörner nach vorne und er trägt lediglich einen Lendenschurz. Er soll eben einen „zürnenden Moses“ sein, wie er soeben vom Berg Sinai herabgestiegen kommt und sein Volk götzenhaft um ein goldenes Kalb tanzen sieht. Der Stifter Ferdinand Bernhard Schmetz wollte den Herzogenrathern damit auch einen wissentlichen Denkanstoß geben zu einer gewissen Bescheidenheit und Achtsamkeit im Umgang miteinander.
Der Sockel dieses neuen Moses bestand zunächst aus einem großen Sandsteinblock des alten zerstörten Moses. So stand er 35 Jahre lang am selben Platz. Am 17. August 1997 wurde die „Moses-Umsetzung“ gefeiert, als der Bahnhofsvorplatz verändert und modernisiert wurde. Gleichzeitig erhielt Moses einen neuen Sockel aus Basaltstein, da nun auch dieser alte Sandsteinbrocken bei der Umsetzung zerbrach.
Der im Sockel befindliche Text, sowie die Darstellung der alten Mosesfigur von Herzogenrath wurde erst im Jahre 2002 auf Ratsbeschluss im  Rahmen des Projektes „Herzogenrath hat keinen Platz für Rassismus“ realisiert. Der Herzogenrather Bildhauer Robert Simon ist für die künstlerische Realisierung der alten Moses – Darstellung im Sockel verantwortlich. Robert Simon machte seine Ausbildung als Holzbildhauer in Tirol. Der Steinmetz Peter Esser, der seine Herzogenrather Firma Marmor Esser bereits 1960 gründete, meißelte den Text in den Stein. Bei dieser Gelegenheit widerfuhr Moses seine bislang letzte Veränderung. Für die Sockelarbeiten wurde Moses für zwei Monate demontiert. Als er am 21. März 2003 und bis heute letztmals wieder aufgestellt wurde, hatten sich die Stadtväter dazu entschlossen, den “zürnenden Moses“ um ca. 100 Grad mit Blick in Richtung der Herzogenrather Innenstadt zu drehen. Alte Bilder belegen, dass auch der erste Moses aus dem besonderen Nievelsteiner Sandstein diese Blickrichtung hatte.

Quellen:
Gottfried Sevenich, Herzogenrath

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