Standort Stolberg – Breiniger Berg
erstellt  Kreuz 1887 | Mahnmal 1920
Künstler unbekannt
Kultur-Partner Europäischer Kunsthof

Naturpark Eifel – Hohes Venn

Zwischen den Stolberger Stadtteilen Breinig, Breiniger Berg, Zweifall und Vicht befindet sich ein einzigartiges Naturschutzgebiet, dass zum nördlichsten Bereich des Naturparks Eifel – Hohes Venn gehört. Dieses über ca. 115 Hektar große Gebiet mit dem Namen Schlangenberg beheimatet eine Vielzahl einzigartiger Pflanzen und Tiere, von denen viele zu bedrohten Tierarten bzw. Pflanzenarten gehören. Das Gebiet Schlangenberg hat seinen Namen von dem ca. 275 m hohen Hügel. Von dort hat man als Wanderer einen herrlichen Blick über das Naturschutzgebiet.

Kulturpartner Schlangenberg in Stolberg:

Europaweit einzigartige Pflanzenwelt

Sicherlich ist das Galmeiveilchen die auffälligste Pflanze am Schlangenberg während seiner Blütezeit. Das zumeist gelb, aber auch blau blühende kleine Veilchen hat sich hier unter sehr widrigen Umständen entwickelt und widersteht dem hohen Erzgehalt des Bodens. Nur noch im benachbarten belgischen Kelmis ist dieses wunderschöne Pflänzchen innerhalb Europas zu finden. Zahlreiche Kupfermeister hatten sich in Stolberg angesiedelt. Sie nutzten die heimischen Erze für ihre hervorragenden Kupfer und Messingprodukte. Stolberg kam mit den Kupfermeistern zu großer Blüte und war ein wichtiger Industriestandort. So war auch der Schlangenberg ein wichtiger Tagebergbau für Erze wie das Galmei. Die ersten Bergbauarbeiten gehen nachweislich allerdings schon bis auf die Zeit der Kelten und Römer zurück. Die Erzgewinnung durch Abbau der oberen Erdschichten stellte sich noch relativ einfach dar. Dann aber ging man tiefer in den Boden. Es wurden schließlich auch Tunnel in das Erdreich gegraben, die am Schlangenberg heute allerdings weitgehend eingestürzt sind. So findet man als Relikte dieser Grabungstätigkeit auf dem Gelände einige trichterförmige Löcher aus dieser Zeit. Lesen Sie hierzu mehr auf der Denkmalplatz – Seite „Galminusbrunnen“!

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Gedenkstätte für die Opfer beider Weltkriege

Auf dem Gipfel des Schlangenberg, der seinen Namen aller Wahrscheinlich nach von der hier früher lebenden Schlingnatter hat, befindet sich seit ca. 1920 / 21 ein massiver behauener Stein als Mahnmal. Der Stein ist mit einer eisernen Einfassung versehen. Zunächst wurde er nur für die Opfer des Weltkrieges 1914 – 1918 als Gedenkstätte errichtet. Mit Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Gedenkstätte auch den Opfern dieses Krieges gewidmet. Der Verein „Hahnengesellschaft“ kümmert sich um das weithin sichtbare Ehrenmal, das erstmals 1981 restauriert wurde.

Erinnerung an den Tod eines kleinen Jungen

Auf halbem Weg zum Gipfel des Schlangenberg kommt man vom Breiniger Berg aus an einem schlichten weißen Kreuz vorbei. Ein Vorgänger dieses Kreuzes hatte einst auf dem Gipfel des Schlangenberg gestanden. Mit dem Bau des Kriegermahnmals musste das Kreuz schließlich weichen. Es hatte dort etwa 33 Jahre, seit 1887, gestanden und erinnerte an den Tod eines 4-jährigen Jungen, der bei einem Unfall, angeblich sehr qualvoll ums Leben gekommen war. Teile der Bevölkerung wollten dieses Kreuz aber am Schlangenberg erhalten. Sie platzierten es, nachdem das Kriegerdenkmal errichtet worden war, etwa in halber Höhe zum Gipfel. Aus dem alten, völlig verwitterten Holzkreuz ist mittlerweile ein weiß lackiertes schlichtes Kreuz aus Stahl geworden.

Frage der Redaktion:
Wer weiß den Namen dieses Jungen und kennt ggf. die Geschichte?

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