Standort Zinkhütter Hof – Cockerillstraße 90 / Bernhard-Kuckelkorn-Platz 9  /  Stolberg
erstellt 2001
Künstler Matthias Peters – Kunst- und Kupferschmiedemeister
Kultur-Partner Europäischer Kunsthof

„Den Opfern der Gewalt 1933 – 1945“

Der Schmied Matthias Peters, gestorben am 7. Okt. 2007,  fertigte im Jahre 2001 am Zinkhütter Hof ein Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer der Nazidiktatur. Dieses Kunstwerk erregte, wie kaum ein anderes Mahnmal in Deutschland, die Gemüter einzelner Bürger, insbesondere aber die des Zentralrats der Juden. 2 x 2 Meter groß und aus Bronze ist das Objekt der Diskussion, ein geschmiedetes Hakenkreuz in der Form von Stacheldraht. Mit dem Argument, „ein Hakenkreuz kann kein Mahnmal sein,“ protestierte Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland gegen die Einweihung dieses Denkmales. Der Standort für dieses Denkmal war bewusst gewählt. Auf dem Gelände des Zinkhütter Hofes, heute das Industriemuseum Zinkhütter Hof, befand sich ein Zwangsarbeiterlager im 2. Weltkrieg. Insgesamt waren in Stolberg ca. 2.500 Zwangsarbeiter in den verschiedensten Betrieben tätig. Viele mussten dort für die deutsche Rüstungsindustrie unter Menschen verachtenden Bedingungen arbeiten. Viele überlebten diese Zeit nicht. Matthias Breuer, Initiator des Kunstwerks und ehemaliges Stadtratsmitglied der SPD, verteidigte das Mahnmal gegen die Kritik des Zentralrats während der Einweihung mit den Worten: „Die Geschichte unserer Stadt von 1933 bis 1945 erfordert ein solches Mahnmal, wie es hier steht: Ein Hakenkreuz aus Stacheldraht.“

Kulturpartner Swastika Mahnmal in Stolberg:

Politische Bildung ist ein Bürgerrecht und eine Pflicht

Das Hakenkreuz ist nichts anderes als eine rechtsgerichtete Swastika, ein Jahrtausende altes Symbol, dass in zahlreichen Kulturen der Welt, z.B. im Buddhismus und im japanischen Hinduismus zu finden ist. Es ist ein Glückszeichen und steht unter anderem für Beständigkeit. Auch in Europa wurden und werden derartige Zeichen, wie in Griechenland, Finnland und Lettland bis heute verwendet. Unter den Nazis entwickelte sich dieses angeblich rein nordische, also für die Nazionalsozialisten echte germanische Zeichen zum Symbol des Schreckens. 1920 wurde die rechtsgerichtete Swastika zum Erkennungszeichen der NSDAP. 1935 übernehmen sie dann das abgewinkelte Kreuz in die offizielle Flagge des Deutschen Reiches. In Deutschland ist das Tragen und die Verwendung des „Hakenkreuzes“ grundsätzlich verboten. Es gibt Ausnahmen. Hierzu gehört der gesamte Bereich der Kunst und Kultur und die dokumentarische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Während der Einweihung des Mahnmals waren einige Sinti und Roma, sowie die Tochter eines ehemaligen Zwangsarbeiters aus der Ukraine zugegen.

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Das Mahnmal im Focus der internationalen Presse

Paul Spiegel, der sich Jahre zuvor auf eine Einladung zu einer Ausstellung im Europäischen Kunsthof Stolberg hinsichtlich deportierter Juden aus der Region nicht einmal mit einer Absage gemeldet hatte, meinte nun, hier in Stolberg mit seinen Äußerungen Zwietracht zu sähen. Sinngemäß äußerte er sich, …dass dieses Mahnmal am Standort eines früheren Zwangsarbeiterlagers nur „Angst, Schrecken und Empörung“ auslösen werde. Nirgendwo sonst in der Welt werde in Form eines Hakenkreuzes an die NS-Opfer erinnert! Man muss Herrn Spiegel zugestehen, dass er eine nicht auszuschließende Möglichkeit aufgezeigt hatte. Aber gerade dieses Symbol, eine Swastika, steht für eine Zeit der Gewaltherrschaft in Europa. Das Hakenkreuz sagt den Menschen mehr als jedes Wort. Auf dem Sockel des Mahnmals heißt es zudem: „Den Opfern des Nazi-Terrors 1933-1945“. Hierzu zählen neben den Juden auch verfolgte, verschleppte, getötete Stinti und Roma, katholische Priester, Kommunisten, Zwangsarbeiter, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, zivile Kriegstote und Opfer der Euthanasie. Auf Grund der Diskussionen hatte seinerzeit der Kölner Regierungspräsident Jürgen Roters seine Teilnahme an dem Festakt abgesagt, In der überregionalen Presse gab es unterschiedlich diskutierte Stellungnahmen.

Anmerkung des Autors

Letzt endlich gehört die Auseinandersetzung mit der Zeit des 2. Weltkrieges zu einer wichtigen politischen und sozialen Aufgabe. Eine derartige Plastik trägt zur politischen Bildung bei und erinnert die Menschen daran, dass Gewaltherrschaften jeglicher Art nie wieder einen Platz auf dieser Welt haben dürfen. Anmerkung des Autors
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