Elisengarten in Aachen

Vom Sumpfgebiet zum Elisengarten in Aachen

Der heutige Elisengarten in Aachen an der Rückseite des Elisenbrunnen liegt in einem kleinen Talkessel und war vor Jahrtausenden eher ein Sumpfgebiet mit zahlreichen heißen Wasseraustritten und einigen Bachläufen. Aber gerade wegen des heißen Wassers begaben sich schon zu jener Zeit Jäger und Sammler in diese Region.
Mit der neuesten Umgestaltung dieses zentralen Stadtgartens nutzten die Archäologen 2008 / 2009 die Gelegenheit, einmal etwas tiefer zu graben und die Geschichte der Besiedelung Aachens zu erforschen.

Künstler:   Peter Joseph Lenné – Landschaftsarchitekt

Standort:  Hartmannstr. – Ursulinerstraße  /  Aachen

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Heiße Quellen für die Menschen der Steinzeit, Römer und Kaiser

So konnte nun belegt werden, dass schon in der Jungsteinzeit, etwa 4./5. Jahrtausendvor unserer Zeitrechnung unsere Vorfahren hier zumindest jagten. Steinzeug wurde gefunden, welches unsere Vorfahren zur Jagd benötigten. Eine direkte Ansiedlung war in dem Sumpfgebiet wohl schwieriger und ist sehr spekulativ. Eine Bebauung durch die Römer ab dem 1. bis zum 4. Jahrhundert ist als Ergebnis dieser Ausgrabungen unumstritten. Gästehäuser für die Besucher der heißen Quellen und der damaligen römischen Thermen haben hier wohl gestanden. Das Kaiser Karl den ehemaligen römischen Thermenbereich für sich im 8./9. Jh. in irgendeiner Form nutzte, darf angenommen werden. Ein Wassergraben, bzw. ein Bachlauf begrenzte die Südseite des heutigen Elisengartens.

Abtei, Kapelle und Barbarossamauer

DieAdelgundiskapelle wird 1066 erwähnt, stand sicherlich aber schon einige Zeit vorher, sowie 1137 die hier errichtete Abtei Stavelot-Malmedy. Ebenfalls standen hier ca. 30 Häuser, und zwar an der ältesten bekannten Aachener Strasse, der Ursulinerstraße, sowie an der Hartmannstraße. Ein Teil der südlichen Stadtmauer, die Barbarossamauer, begrenzte nun an Stelle des Wassergrabens das Gelände. Der heutige Elisenbrunnen steht auf Teilen dieser Barbarossamauer.

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Ursulinerinnen begründen den Elisengarten als Klostergarten

Der frühen Blütezeit durch die Römer und der Entwicklung bis hin zu einem blühenden Abteileben folgt der Verfall dieses Platzes. Vor allem eine Flutung des Geländes durch Wilhelm von Holland 1248 und ein großer Stadtbrand 1656 hinterlassen nur Ruinen. Die Ursulinerinnen beginnen noch vor dem Stadtbrand, ein Kloster zu errichten, und lassen sich auch durch das Feuer nicht vertreiben. Sie legten erstmals einen Klostergarten an, dem heutigen Platz des Elisengartens. Nach ca. 720 Jahren stürzt schließlich die marode Adelgundiskapelle am 21. Oktober 1786 ein. Der Schutt wird abgetragen und der Garten vergrößert, das Kloster durch ein Mädchenpensionat erweitert. Nach dem Einmarsch der Franzosen vertreiben diese die meisten Nonnen 1792. Lediglich einige kleinere Gebäude durften sie behalten und dort eine Schule einrichten. Das Klostergebäude ging 1818 in preußisches Staatseigentum über und war unter anderem bis 1846 das Hauptzollhaus.

Gartenkünstler Peter Joseph Lenné

Der Abriss des Klosters im Jahre 1851 war der Beginn des Elisengartens in seiner heutigen Form. Der Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné, 29. Sept. 1789 – 23. Jan. 1866,  war ein wahrer Künstler und gestaltete Gärten nach englischem Vorbild. Er wurde mit dem Bau der Gartenanlage beauftragt. So zeichnet er auch verantwortlich für den Kurpark Monheimsallee, wo sich auch eine Büste von ihm im Park befindet. Sein Hauptwirken ist allerdings in Berlin sichtbar und steht mit Teilen der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft sein 1990 auf der Weltkulturerbe-Liste der Unesco. Kernbereich des Elisengartens war ein damals schon kostenpflichtiger Trinkbrunnen mit dem gesunden Aachener Thermalwasser.

Erste Erweiterung und Umgestaltung 1913.

In den Kriegsjahren des 2. Weltkrieges verschandelten ein Feuerlöschteich, ein Bunker und Gräben das Gelände. 1954 wurde mit dem Wiederaufbau des Elisengarten begonnen. Benachbarte Trümmergrundstücke erweiterten somit den neuen Elisengarten. An Stelle des damaligen Trinkbrunnens steht heute das Restaurant am Elisenbrunnen. Zwei Springbrunnen zierten den Garten. „Der Sämann“ von Fritz Klimsch, ehemals eine Leihgabe der Landeshauptstadt Düsseldorf, wurde an diese zurückgegeben. Für den „Flötenspieler“ von Matthias Corr war mit Beginn der langwierigen archäologischen Bodenuntersuchungen und Ausgrabungsarbeiten 2008 kein Platz mehr in dem neuen Elisengartenkonzept. Ein neuer Standort wurde gesucht, der schließlich in Aachen – Eilendorf gefunden wurde.

Treffpunkt Elisengarten in Aachen

Als Ergebnis der Neugestaltung des Elisengarten wurde ein „Quellbassin“ wie ein Bachlauf an der Rückseite des Elisenbrunnen geschaffen. Teile der Ausgrabungs-ergebnisse sollen nach Ideen und Planungen des Aachener Architekturbüros „kadawittfeldarchitektur“ den Besuchern des Parks in einer archäologischen Vitrine dauerhaft gezeigt werden. Die Realisierung, Gesamtkosten fast 700.000,– €, wurde durch eine Spende der Aachener Firma „DSA“ ermöglicht. In einem Glashaus kann sich jeder seit 2014 in die Jahrtausend alte Geschichte Aachens zurückversetzen. Die Zeitgeschichte liegt offen vor einem im Boden. Auf den Glaswänden ist zu den jeweiligen Funden die Geschichte dokumentiert.

Quellenangaben

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