Standort Markt   /  Aachen
erstellt 1620 / 1735 / 1738
Künstler Peter von Trier – Glockengießer; Franz von Trier – Glockengießer
Johann Josef Couven – Architekt
Kultur-Partner

Kaiser des heiligen römischen Reiches

Kaiser Karl erhielt den Beinahmen „der Große“ auf Grund seiner, für damalige Verhältnisse, sehr stattlichen Größe von über 180 cm. Er ist sicher auf ewig der berühmteste Bewohner Aachens. Karls Geburtsdatum ist bis heute nicht exakt bekannt, 2. April 747 oder 748. Sein Geburtsort war unweit von Aachen im heute belgischen Herstal in der Nähe von Lüttich. Jedenfalls war er schon 30 Jahre König des Fränkischen Reiches, bevor er sich im Alter von ca. 52 Jahren, im Jahre 800, durch Papst Leo III am Weihnachtstag im Petersdom in Rom zum Kaiser des heiligen römischen Reiches krönen ließ. Karl wusste um die Macht der Kirche und war dem Christentum sehr zugetan. Und er erweiterte und regierte sein Imperium mit Raffinesse, harter Hand und einer Vielzahl von Kriegen. Da Kaiser Karl als erster wahrer Europäer angesehen wird, gibt es seit 1950 alljährlich den Aachener Karlspreis.

Kulturpartner Kaiser Karl Brunnen:

Geschichte des Karlsbrunnen

In der Kaiserstadt Aachen steht Kaiser Karl vor dem heutigen Rathaus auf dem Marktplatz und ist, zusammen mit dem darunter befindlichen Brunnen, das älteste erhaltene und auch funktionsfähige Brunnendenkmal der Stadt. Zuvor stand hier seit ca. 1334 ein gotischer Brunnen.

Die Karlsstatue wurde um 1620 in Dinant / Belgien nach einem Entwurf der angesehenen Kupferschläger und Glockengießer Peter und Franz von Trier, geb. Ende 16. Jh. – ca. Mitte 17. Jh.,  gegossen. Die, ca. 360 cm im Durchmesser und ca. 6 Tonnen schwere Bronzeschale als Schild, das den Kaiser trägt, wurde zeitgleich in Aachen ebenfalls von den Triers mit Unterstützung des Glockengießers Daniel Laner gegossen. Die Aachener bezeichnen diese auch als „Eäzekomp“, was übersetzt „Erbsenschüssel“ bedeutet. Erst der Aachener Stadtbaumeister Johann Josef Couven,  10. Nov. 1701 – 12. Sept. 1763,  veranlasste 1735 die Fertigung der Steineinfassung und drei Jahre später, 1738, die Ergänzung des Blausteinbeckens mit den bronzenen Wasser speienden Fischen.

Wandern Sie hier von Denkmalplatz zu Denkmalplatz – Aachen-Zentrum

Napoléon Bonaparte gibt Karlsstatue zurück

Nicht nur die Deutschen, vor allem auch die Franzosen begründen ihren Staat auf das Wirken Karls des Großen. Und so demontierten diese nach ihrem Einmarsch in Aachen den Brunnen, nahmen die Statue mit nach Paris. 12 Jahre dauerte es, bis Karl nach Aachen zurückkehrte und 1805 endlich zur Freude der Bewohner seinen Platz auf dem Marktplatz wieder einnehmen konnte. Verantwortlich zeichnete hierfür der „Maire“ (Bürgermeister) Freiherr Johann Wilhelm Gottfried von Lommessem. Im Oktober 1804 war er von den Aachenern unter der Herrschaft Napoléons hierzu ernannt worden. Sein loyales Auftreten gegenüber Napoléon Bonaparte brachte ihm die Einladung zu dessen Kaiserkrönung im Dezember des gleichen Jahres. Als er in Paris sogar zum Ritter der Ehrenlegion geschlagen wurde, nutzte von Lommessem die Gunst der Stunde und forderte die Bronzestatur von Karl dem Großen mit Erfolg für die Stadt Aachen zurück.

Kaiser Karl und seine Erbsenschüssel überlebten durch einige wagemutige Bürger der Stadt schließlich den zweiten Weltkrieg. Wurde die Statue Karls noch im Gewölbekeller des Rathauses in einer Kiste vor den Metall einsammelnden Nationalsozialisten versteckt, wurde die wesentlich schwerere Bronzeschale im Boden der Aachener Soers vergraben. Anfang der 50er Jahre war dieses Wahrzeichen der Stadt schließlich wieder an seinem Denkmalplatz auf dem Markt.

Kaiser Karl – das Original steht jetzt im Centre Charlemagne

Da der Zahn der Zeit an dem Original zu nagen schien, wurde beschlossen, eine Kopie der Statue her zu stellen. Seit 1969 stand der echte Karl mit seinen ca 1,82 m zzgl. der Kaiserkrone im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Seit dem 1.200sten Todesjahr Karls im Jahre 2014 steht die Bronzefigut nun im neuen Museum Centre Charlemagne am Katschhof.

Den Karlsbrunnen ziert seit 1969 ein Double, das aber seine repräsentative Aufgabe zur Zufriedenheit aller Besucher und der Bürger Aachens erfüllt. Beim Aufbau hatte man Karl allerdings gedreht, damit alle Besucher seitdem Kaiser Karl von vorne mit dem Rathaus im Hintergrund fotografieren können. Böse Zungen behaupten allerdings, Karl hätte sich selber abgewendet, da er sich die Politik und das finanzielle Elend im Rathaus nicht mehr länger ansehen wollte.

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